4. Rundbrief 2007 - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

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Auszüge aus dem 1. Rundbrief 2007



Liebe Mitglieder,
nachdem wir bereits in die zweite Jahreshälfte eingetreten sind, ist es sicher an der Zeit, Ihnen etwas vom Wirken des Arbeitsausschusses im ersten Halbjahr zu sagen. Anstelle der Rundbriefe wollen wir künftig für jedes Jahr eine Broschüre mit Namen "Familienecho" herausgeben. Wir verfügen im Club über ausreichende Kompetenzen, um eine niveauvolle, informative und unterhaltende Broschüre auf die Beine zu stellen. Einige Damen und Herren wollen sich dafür als Autoren einbringen. Ich hoffe, dass sie ihre Beiträge termingerecht schicken, damit ich sie hier am Computer zusammenstellen kann.

Unsere genealogischen Linien erstellen wir mit einem Ahnenprogramm am Computer. Wir arbeiten derzeit an den Linien Malmerz, Jagdshof, Hof an der Steinach und Köppelsdorf. Unsere Amerikanerin Gaby Geuther sammelt als Zentrale die Linien ein, verwaltet sie, erteilt Auskunft und versucht die Linien miteinander zu verknüpfen. Für die Linie Hof an der Steinach hat sie selbst die Federführung übernommen. In USA konnte Gaby bereits verschiedene Kontakte zu Geuther-Familien herstellen und ist um weitere bemüht. Kürzlich unternahm sie eine Reise zu Geuther-Familien nach Illinois, von denen sie sehr lieb und freundlich aufgenommen wurde. Wie sie in ihrem Reisebericht schreibt, besteht bei den Familien großes Interesse, von den Geuther-Familien in Deutschland zu hören. Ihr letzter Satz im Bericht ist schon rührend. Zitat: "So vielfältig und verschieden die heutigen Geuther/Guither Nachkommen in Illinois auch sind, so herzlich, offen und gastfreundlich habe ich sie erlebt. Es ist eine wahre Freude zur weitläufigen Geuther-Familie zu gehören."

Beim Blick auf unsere Vorfahren beschäftigt man sich zwangsläufig auch mit der Zeit und dem Umfeld in dem sie lebten. So hat Dr. Edgar Geuther aus Berlin seine erste geschichtliche Ausarbeitung zur allgemeinen Nutzung in unser Archiv gestellt, welches ja von Christa Geuther in Mainz verwaltet wird. Neben Dr. Edgars geschichtlichen Studien ist er an der Forschung der breit gefächerten Malmerzlinie beteiligt. An seiner Seite stehen Dr. Eckard Geuther und Andreas Jahrow, die ich beide einmal etwas euphorisch gesprochen als Architekten der Malmerzlinie bezeichnen möchte. Dies wird deutlich, wenn man Dr. Eckhards letztes Protokoll vom April 2007 über seine Arbeit im Staatsarchiv Coburg liest. Die wissenschaftlichen Forschungen des Andreas Jahrow, dessen Mutter eine geborenen Geuther ist, dürften den meisten von uns bekannt sein. Seine letzten Mails vom 28.06.2007 sind dafür bezeichnend. Er berichtet darin von der Einrichtung seines neuen Familienarchivs im Internet, das er beim Familientreffen vom 28. bis 30. September 2007 in Niederfüllbach sicher näherer erläutern wird.

Von den Mitgliedern noch lebender Nachfahren der "Jagdshof-Linie" möchte ich Hilmar Suffa aus Kochel am See nennen, der mit der ersten Aufstellung dieser Linie begonnen hat, die ich jetzt weiterführe, erweitere und mit dem Computer erfasse.

Nach dem Willen des Arbeitsausschusses und der Clubordnung streben wir die Erforschung und Förderung des ganzen Familienkreises Geuder/Geuter/Geuther an, demzufolge haben wir die Geuder und Geuter zum Familientreffen im September 2007 nach Niederfüllbach mit eingeladen.

Ich bin Ende Juni 2007 nach Heroldsberg gefahren, um mir einen Überblick über die Patrizier Geuder zu verschaffen. In Heroldsberg fand ich im Hotel und Gasthof "Rotes Ross" eine gut bürgerliche Unterkunft, die ich weiter empfehlen kann. Dies Haus kann auf eine geschichtliche Entwicklung bis 1350 zurückblicken. Mein erster Weg führte mich zum oberen Ortsteil (oberer Markt), der etwas höher als der untere liegt mit der imposanten ev. St. Matthäus Kirche und den um die Kirche herum stehenden Geuder Schlössern Weißes-, Grünes-, Rotes- und Gelbes Schloss. Gedacht hatte ich, in Nürnberg das Staatsarchiv, das Germanische Nationalmuseum und das Landeskirchliche Archiv zu besuchen, in Bamberg das Staatsarchiv und in Coburg noch ein weiteres Mal das Staatsarchiv aufzusuchen. Doch die ersten Studien im Staatsarchiv Nürnberg ließen meine Pläne schnell zerplatzen. Ich müsste mir in Nürnberg für Wochen, wenn nicht für Monate, ein Zimmer mieten und täglich ins Archiv gehen, um den Überblick zu gewinnen, den ich mir vorgestellt hatte.
Jeweils mittwochs tagt im Gebäude des Staatsarchivs die Gesellschaft für Familienforschung in Franken e. V., die ich selbstverständlich aufsuchte.

Mein Interesse erregte dann das Werk "Die Acht-, Verbots- und Fehdebücher Nürnbergs von 1285 bis 1400", darin enthalten das Älteste Achtbüchlein der Stadt Nürnberg mit Verzeichnissen der für immer oder auf kürzere Zeit aus der Stadt Verwiesenen. Bei einem Prozess 1353 ist als Frager Heinrich Gewder und derselbe 1355 als Zeuge notiert. Heinrich Gewders Knecht ist mit folgendem Text aus der Stadt verwiesen worden: "Herman dez Heinrich Gewders kneht ist die stat verboten 5 jar und 5 meyl hindan on gnad." Heinrich G. steht auch 1392 als Zeuge eingetragen. Bestraft von den Geudern mit Stadtverweis wurden 1335 Chunrat Geuderlin für zwei jar und 1348 jung Geuderlein für ein Jahr. Heinrich Gewder ist also bei Strafprozessen lediglich als Frager und Zeuge aufgeführt.

Der Besuch beim Verein "Familienforschung Franken" ergab, dass eine große Menge von Ahnenforschern, die Mitglied dieses Vereins sind, in ihren aufgestellten Linien auch Geuder enthalten, nur selten jedoch Geuther. Der Verein verfügt über ein eigenes Ahnenprogramm und eine eigene Datenbank, die von den mehr als tausend Mitgliedern genutzt werden. Bei der Suche in der GFF-Datenbank nach Geuder fand ich 22 eng beschriebene DinA 4 Seiten, in denen diejenigen Ahnenforscher genannt sind, die in ihren Linien Geuder enthalten. Ich konnte auch feststellen, dass noch niemand der vielen Forscher explizit eine Geuder- oder Geutherlinie aufgestellt hat.

Mehr zufällig fand ich im Nürnberger Urkundenbuch eine Urkunde vom 9. Mai 1253 worin Heinrico Guder als Zeuge genannt wird und hier Guder = Geuder gesagt wird. In diesem Zusammenhang möchte ich das "Standardwerk Biedermann" erwähnen, der Anfang des 18. Jh. sein Werk "Geschlechtsregister des hochadeligen Patriziats zu Nürnberg" herausgab. Nach Biedermann habe ich die genealogische Linie der Nürnberger Patrizier Geuder mit unserem Programm aufgestellt. Biedermann beginnt beim Geschlecht der Geuder mit Sigemund I., der 1278 gestorben ist, und den er als Ahnherr der Geuder bezeichnet. Wenn es aber 1253 einen Heinrico Geuder gab, dann kommen mir doch Zweifel über Sigemund I. Geuder als Ahnherr. Vom Patrizier Ulmann Stromer gibt es ein 1390 erstelltes Verzeichnis der Nürnberger Patrizier worin Behaim, Derrer, Ebner, Gartner, Geuder, Groland, Grundherr, Haller, Holzschuher, Imhof, Koler, Kraft, Kreß, Locham, Maurer, Mendel, Muffel, Nützel, Paumgartner, Pfinzing, Pirkheimer, Römer, Reich, Schlebitzer, Schnöd, Schopper, Volkmair, Zenner, Zollner, Schüler, Schürstab, Semler, Stromer, Tetzel, Tucher und Vorchtel aufgeführt sind. Beim Studium des Geuder-Geschlechts muss man m. E. auch andere Patrizier einbeziehen, denn sie sind vielfach untereinander verwandt. Man findet z. B. in meiner aufgestellten Geuder-Linie (nach Biedermann) Namen von Patriziern wie Behaim, Grundherr, Haller, Holzschuher, Kreß, Löffelholz, Muffel, Nützel, Paumgärtner, Peller, Pfinzing, Pirckamer, Stromer, Tucher, Volckamer, Seckendorf, Waldstromer, Welser und andere, daneben die Prinzen Reuss Heinrich VI, VII, X, XII, XIII, XV,. Möglicherweise gibt es in den Archivalien anderer Adeliger Informationen, die auch für die Geuder relevant sind.

Wie mir der Leiter des Archivs in Bamberg mitgeteilt hat, befinden sich dort Archivalien zu Geuder in A 205 Nr. 4120 (1402) bis 4147 (1791 und in G 21/1 die Nr. 91 -127. Meine Anfrage, ob im Archiv der Freiherrn von Würzburg auf Mitwitz auch Geuder Unterlagen liegen, wurde verneint.

Ganz klar ist, dass wir bei der Patrizier Geuder-Forschung als Team an die Arbeit herangehen müssen. Darüber hinaus sollten wir anstreben, alles von den Geuder/Geuter/Geuther zu erfahren was es gibt, und dies mit PC-Programm aufstellen. Also auch solche Namensträger in eine Datenbank stellen, die zunächst noch keiner Linie zugeordnet werden können.

Letztendlich geht es um das Gesamtwerk für die Geuder/Geuter/Geuther Familien in aller Welt, mit dem wir den Anfang bereits gemacht haben und das unsere Kinder fortführen werden, wenn wir sie nur rechtzeitig daran heranführen. So gesehen koppeln wir uns nicht von unseren Vorfahren ab, bleiben mit ihnen und besonders mit ihrer Zeit gedanklich in Verbindung.

Herzliche Grüße
Kurt Geuther im Juli 2007

© Juli 2007

 
10.09.2017
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