500 Jahre Familienbesitz - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

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Forschung

Über 500 Jahre im Familienbesitz

Die Geschichte des Geuder-/Geuter-/Geuther-Hofes in Malmerz

Dr. Eckhard und Sigrid Geuther, Seefeld-Hechendorf



Als Hans Geuder in den Jahren nach 1452 Besitzer eines Hofes in Malmerz
(heute im thüringischen Sonneberg) wurde, konnte er nicht ahnen, dass Nachkommen noch heute auf diesem - inzwischen stark verkleinerten - Anwesen leben. Dietmar Welsch, den wir mit seiner Frau Margot im Juni besuchten, ist ein Vertreter der 17. Generation nach unserem Urahn Hans Geuder auf dem Traditionsgrundstück. Das wechselvolle Schicksal dieses Fleckchens Erde ist ein Spiegelbild der deutschen Geschichte im fränkisch-thüringischen Raum seit dem ausgehenden Mittelalter.

Das Auffinden des jetzigen Hauses und der jüngsten Generationen waren nicht ganz einfach. Der Erfolg ist vor allem Sigrid Schoel und Andreas Jahrow zu verdanken.

Ob Hans Geuder das Gut in der Größe von vermutlich ca. 20 bis 25 Hektar seinerzeit gekauft oder durch Einheirat erworben hat (die Vorbesitzerin war eine Alheit Eckart), ist nicht mehr feststellbar. Es gab damals in Malmerz acht ca. gleich große Höfe („Güter“) mit Wiesen an der Steinach, höher gelegenen Äckern und mit Gärten um die Gebäude herum. Bei der Zahl von acht Höfen blieb es über Jahrhunderte.

Die Wirtschaft war im wesentlichen auf den Eigenbedarf der großen Familien ausgerichtet. Ein Teil der Erträge musste an die Obrigkeit abgeliefert werden, denn es handelte sich um Lehns- oder Frongüter. Landesherr war der wettinische sächsische Kurfürst Friedrich III, der Weise. In seiner Regierungszeit konnten sich die acht Hofbesitzer von ihren Frondiensten („Hand- und Spanndiensten“) durch Geldzahlungen freikaufen. Außerdem gab es Abgaben, die nicht nur an den Fürsten, sondern auch an den Hof in Sonneberg und die Kirche geleistet werden mussten (insbesondere Getreide, Eier und Käse). Sie waren drückend und fraßen einen großen Teil der Erträge auf. Dabei muss man bedenken, dass zudem ein viel größerer Anteil als heute (ca. 30%!) als Saatgut benötigt wurde, so dass eine Missernte zur Katastrophe wurde.

Nachfolger von Hans Geuder wurden 1492 (oder eher) sein Sohn Hempel, 1498/99 dessen Sohn Hans und dann dessen Sohn Peter, der nach 1536 in jungen Jahren starb. In seiner Generation enthalten die alten Erb- und Zinsbücher erstmal Informationen über die Familie. Seine Witwe Katharina bewirtschaftete das Lehnsgut zusammen mit ihren Kindern, bis der Sohn Hans es übernehmen konnte. Er war - wie später mehrere Nachkommen - auch Schultheiß von Malmerz, woraus wir schließen können, dass das Geuder-Anwesen zu den bedeutenderen des Dorfes gehörte.

1585 wurden im Nachbardorf Oberlind, zu dessen Kirchspiel Malmerz gehörte, Kirchenbücher eingeführt, die fast lückenlos erhalten sind, so dass wir nun mehr über die Entwicklung der Familien wissen. Bereits 1525, also kurz nach der Reformation (Luther-Thesen 1517) war das Fürstentum evangelisch geworden.

Als Hofbesitzer folgen ein weiterer Hans Geuder, der 1591 Elisabeth Mechtolt aus Steinbach heiratete, und Hanß Geuder („der Jüngere“) mit seiner Frau Katharina geb. Kohleß aus Eichitz (1631). Er baute 1664 ein neues Haus. Unter dem 30jährigen Krieg hat Malmerz zwar sehr gelitten, aber keines der acht Güter wurde verwüstet.

Nächste Besitzer waren Jörg („Görge“) Geuder und Elisabeth geb. Fröber aus Steinbach (1667), der bereits im Alter von 39 Jahren starb, so dass seine Frau den Hof 22 Jahre lang mit der Familie allein betreiben musste, dann der 24jährige Sohn Wolfgang mit Anna Motsmann aus Oberlind (1695).

Wolfgang wird in den Urkunden sowohl als „Geuder“, dann als „Geuter“ als auch später wie alle unsere weiteren Generationen erstmal als „Geuther“ bezeichnet. Er lebte von 1671 bis 1733.

Sein Sohn Nicolaus ging in das nahegelegene Neustadt bei Coburg und wurde Wagnermeister. Über ihn wurde „unsere“ Geuther-Linie weitergeführt. Ein anderer Sohn, Johann Georg Geuther, verheiratet mit Margarete Matthes aus Effelder und in zweiter Ehe mit Elisabeth Barbara Heumann, war in der 10. Generation der letzte männliche Geuther-Namensträger auf dem Gut, denn seine Erbin wurde 1774 die Tochter Anna Elisabeth. Sie heiratete den Malmerzer Müllersohn Johann Georg Wicklein, der die Landwirtschaft weiterführte und auch Schultheiß war. Es folgten drei Generationen Wicklein.

Am 28. Januar 1868 wurde in der bis dahin 14. Generation der Hof erstmals nicht an ein Kind vererbt, wie es seit Jahrhunderten üblich war, sondern geteilt. Die fünf Kinder der Witwe Katharina Barbara Wicklein verkauften alle Wiesen und Felder; nur der Hof selbst mit einem großen Garten blieb im Familienbesitz, geteilt auf zwei Geschwister, die ein zweites Wohnhaus auf dem hinteren Teil des Grundstücks errichteten.

Während der vordere Teil (heute Sonneberg, Malmerzer Straße 40) später von dem Leipziger Schuhmacher Karl Schwarzburger erworben wurde, blieb die hintere Hälfte (Nr. 42) nach der Teilung vier weitere Generationen bis heute in der Familie. Ob einer der beiden Söhne von Dietmar und Margot Welsch, Volker oder Jens, einmal die Nachfolge übernimmt? Oder der Enkel Manuel Welsch? Er wäre ein Vertreter der 19. Generation der Familie auf gleichem Grund und Boden, eine sicherlich seltene Konstellation.

Als wir als Nachkommen von Hans Geuder, der im späten Mittelalter dort die Geuther-Tradition begründete, in dem gepflegten Obstgarten der Familie Welsch standen, überkam uns ein eigenartiges Gefühl einer gewissen Nähe zu den Vorfahren.

Das gleiche galt, als wir vom Geuther-Haus der Malmerzer Straße bis zu ihrem Ende folgten und dann mit Blick auf den Kirchturm von Oberlind den „Kirchsteig“ durch die Wiesen entlang der Steinach gingen und uns vergegenwärtigten, dass dies der Weg aller Eltern und Paten mit ihren Täuflingen, aller Brautpaare und Hochzeitsgäste und aller Beerdigungszüge war, seit vor dem Jahr 1500 (siehe Bild).








 
10.09.2017
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