Geuder Seiten - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

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Der Familienkreis Geuder/Geuter/Geuther-Ahnen


will nach und nach auch zu den Geuder und Geuter Kontakt aufnehmen, um sie in seine Ahnenforschungen einzubeziehen. Auf die Bücher "Heroldsberg, Geschichte einer Marktgemeinde von Eberhard Brunel-Geuder" sowie "Die Geuder-Rabensteiner und das Weiße Schloß zu Heroldsberg", von Eberhard Brunel-Geuder / Volker Alberti, Heroldsberg 2002 wird in diesem Zusammenhang hingewiesen.

Statt Geuder schrieb man früher auch Gewder, anstelle des "u" ein "w". Im Internet findet man Texte vom 15. Februar 1401 und 16. April 1410 worin der Regest Pfalzgraf Ruprecht III (Römischer König 1400 -1410) dem Conrad Gewder und dem Martin Gewder, Bürger zu Nürnberg, Besitztümer verliehen hat. Hierbei handelt es sich um Conrad Geuder und Martin Geuder aus der Patrizierfamilie Geuder. Daß anstelle des "u" ein "w" geschrieben wird, findet man nicht selten in älteren Kirchenbüchern. In Süddeutschland beginnen die Kirchenbücher Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Handschriften zu dieser Zeit waren Kurrentschriften wie Sütterlin, Kanzlei- und Aktenschriften. Sie zu transkribieren (in heutige Schrift umsetzen) erfordet Zeit und Lust. Die Namensschreibung war damals noch nicht so verbindlich wie heute. Ich habe in der Literatur einmal nachgeblättert, um mir ein Bild davon zu machen, wie es um die Schreib- und Lesekunst im 15./16. Jh. aussah. Träger des Schulwesens waren die Klosterschulen- bzw. Dom- und Pfarreischulen, die noch nicht die breite Masse erfaßten. Daneben gab es das Angebot der Lateinschulen. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung konnte lesen und schreiben. Erst Martin Luther (1483 - 1546) rief die Landesfürsten dazu auf, Schulen für alle einzurichten.

Lehrer Julius Rebhan schreibt in seinem Buch "Geschichte der Stadt Oberlind i. Thür.", daß die Einwohnerschaft von Oberlind Luthers Ruf folgte und ihre Kinder unterrichten ließ. Oberlind besitzt seit 1539 ein Schulhaus im Kantorat an der Kirche. Der erste Lehrer war zugleich Kirchner und Gemeindeschreiber. Lehrinhalte waren Lesen, Schreiben, Singen, Glaubensdinge, vorübergehend auch Latein. Die Schulaufsicht lag in Händen der Geistlichen. Wer für seinen Beruf Schulwissen benötigte, dem standen Klosterschulen und Ratsschulen offen. Volksschulen kannte das Mittelalter nicht.

Auszug aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Name
Familiennamen entstanden im Deutschen Bereich erst relativ spät und hatten sich erst im 15./16. Jahrhundert in Deutschland durchgesetzt. Vorläufer der Familiennamen waren Beinamen in einem zweigliedrigen Namenssystem, die eine eindeutigere Zuordnung von Namen und Person ermöglichte, als eingliedrige Namen. Quellen der Beinamen und damit der späteren Familiennamen waren unter anderem Herkunftsort, Wohnsitz, berufliche Tätigkeit und persönliche Eigenschaften. Bis zum 19. Jahrhundert konnten Familiennamen relativ leicht geändert werden und es gab oft Schreibvarianten, zum Teil im selben Dokument. 1874 wurde dann die Schreibweise von Familiennamen in Deutschland verbindlich festgelegt. Familiennamen sind im Gegensatz zu den Beinamen relativ fest und sind vererblich.
Ende des Auszugs aus Wikipedia
Mit den Nachforschungen über die Geuther begannen unsere Forscher in den Kirchenbüchern der Kirche Oberlind (St. Ägidien), heute Stadtteil von Sonneberg/Thüringen. Die Kirche wurde im Jahre 1455 als Wehrkirche erbaut. Doch schon vor 1455 muß in Oberlind eine Kirche gestanden haben, wie aus alten Urkunden ersichtlich ist. Der Ort liegt an der alten Handelsstraße Leipzig - Nürnberg. 1525 erhielt die Kirche einen eigenen Geistlichen, der auch für die umliegenden Dörfer zuständig war, so u.a. für Malmerz und Jagdshof, siehe auch Abhandlung in dieser Hompage über (Kirchspiel Oberlind). Kirchenbücher führte die Kirche in Oberlind erst seit 1585. Bekannt ist der letzte katholische Priester, welcher evangelischer Pfarrer wurde. Die Konfession der Einwohner richtete sich damals nach der Konfession des Fürsten. In Thüringen wurde etwa nach der Reformation aus Geuder die Schreibweise Geuther, tlw. erst über die Stufe Geuter, was die Forschung zusätzlich erschwert.



Geuder-Vorfahren
von Kurt Geuther

Experten werden die Nase rümpfen wenn ich mit Biedermann beginne, doch mir stehen zur Zeit keine genaueren Quellen zur Verfügung. Die Rede ist vom Werk "Geschlechtsregister des Hochadelichen Patriciats zu Nürnberg", das der Pfarrer Johann Gottfried Biedermann in den Jahren 1745 bis 1752 herausgegeben hat, in dem er u.a. auch die Genealogie der Herren Geuder von Heroldsberg und der Herren Geuder, genannt Rabensteiner zusammengestellt hat. Wenn darin auch nicht alles genau stimmig sein sollte und das eine oder andere vielleicht fehlt, so ist es in meinen Augen ein hervorragendes Werk, um in die Geuderforschung einsteigen zu können. Ich habe Biedermanns Daten in's Family Tree-Programm eingesetzt und den einen und anderen Wert aus anderen Nachweisen hinzugefügt.

Nach dem Familientreffen 2007 in Niederfüllbach bei Coburg hatte ich nichts Eiligeres zu tun, als die von den Teilnehmern mitgebrachten Geuderdaten, siehe Von den Geudern, mit meiner FTW-Datei (Family Tree) zu vergleichen. Leider fand ich keine Übereinstimmungen. Die schriftlich formulierten Überlieferungen der betreffenden Geuder-Familie sind aber derart glaubwürdig, daß ich trotzdem von der grundsätzlichen Richtigkeit überzeugt bin und annehme, daß die Angaben bei Biedermann fehlen. Der Grund dafür könnte sein, daß eine Ehe mit einer Bürgerlichen nicht vermerkt wurde.

Der erste nachgewiesene Geuder ist Sigmund I (ich wähle hier für den Vornamen diese Schreibweise), der um 1220 herum geboren und 1278 gestorben ist. Biedermann schreibt zur Herkunft des Geschlechts:
"Dieses uralte, edle Haus ist in Ansehung seines Ursprungs wegen der sehr grauen Zeiten, die keine Nachrichten hinterlassen haben, nicht ausfindig zu machen. Man findet wohl, daß dessen Vorvorderen anfänglich auf dem Böhmischen Gebirge, nachgehend in der Schweiz, darauf in den Niederlanden, endlich aber auch eine Branche in der Gegend Nürnberg zu Kammerstein ihre adligen Wohnungen hatten. Soviel ist gewiß, daß sie in der Mitte des 13. Jahrhunderts das Schloss Kammerstein besessen und bei den edlen Franken in großem Ansehen standen".
Sigmund I hat als Ritter auf dem Schloss Kammerstein gewohnt, seine Gemahlin war eine geborene von Kammerstein.

Im Staatsarchiv Nürnberg fand ich im Urkundenbuch unter Signatur HB 348 9. Mai 1253: Heinrico Guder als presentibus testibus bei einer Schenkung von Hohenlohe an die Johanniter in Reichardsroth. In diesem Register wird Guder auch Geuder genannt. Altersmäßig könnte er ein Bruder von Sigmund I gewesen sein.
Einzig nachgewiesener Sohn von Sigmund I ist Sigmund II Geuder, der 1280 das Schloss Kammerstein den Herren Grafen von Nassau überließ, welche es 1296 an die Herren Burggrafen zu Nürnberg verkauften. Gemahlin von Sigmund II war Appolonia von Ehenheim aus einem alten Adelsgeschlecht. Sie hatten zusammen 4 Kinder, den Georg I, Sebastian I, Siegesmund und Hermann I.
Vom Sohn Georg I ist zu berichten, daß er als Gemahlin Margaretha von Seckendorf hatte, Herrn Johansen von Eglofstein und andere vom Adel in seinem Verspruch und Schutz gehabt, denen er als ihr Herr zu Ehren und Recht mächtig war, wie die Worte des Diplomatis anno 1353 lauten. Er war 1356 Kaisers Caroli IV. Hofmeister und Hofrichter, 1358 Kaiserlicher Gesandter an Papst Innocentium VI.
Vom Sohn Sebastian I ist nur bekannt, daß er Ritter war, Kaiserlicher Landvogt im Elsaß und Hauptmann in Schwaben. Siegemund Geuder war mit Juliana Grundherr verheiratet und Hermann I, geboren 1281, mit einer geborenen Schmotzer. Hermann I wurde in Urkunden vom 31.08.1330 (U1) und 17.03.1335 (U5) genannt. Von Sebastian I, Siegemund und Hermann I sind keine Kinder nachgewiesen.
Nun zu den 3 Kindern von Georg I, dem Rudolph I, Heinrich I und Hanß I:

Rudolph I ist ein Enkel von Sigmund II Nach Biedermann florierte er anno 1349, was wohl soviel heißt, daß er um 1349 herum seine Blütezeit hatte. Gemahlin war Margaretha von Absperg. Es gibt eine Urkunde vom 3.03.1409 (U74) in der Rudolph I genannt ist. Darin steht, daß er einen Sohn mit Namen Hainrich hat. Hier wird es sich um seinen Sohn Heinrich II handeln, der 1390 als Ritter in Preußen aufgenommen wurde.
Heinrich I zog als erster nach Nürnberg und nahm 1349 das Bürgerrecht an, wurde 1366 vom Herrn Burggrafen Friederich zum Reichsschultheiß ernannt und vom Kaiser Carolo IV. in dieser Würde bestätigt. Er starb 1389. Seine erste Gemahlin war Anna Gros. Die Kinder sind Conrad I, Heinrich III und Elisabeth. Conrad I und Heinrich III erwarben 1391 Heroldsberg, wovon noch eingehender zu sprechen ist, gleichfalls von der Schwester Elisabeth.
Von Hanß I gibt Biedermann lediglich an, daß er ein Ritter war.

Es ist hier nicht beabsichtigt, die ganze Ahnenlinie zu beschreiben, sondern vielmehr daran gedacht, einen Einstieg in das große Thema der Geuder-Ahnen zu geben. Die Herkunft der Geuder hat Biedermann wenig konkret beschreiben können, auch nicht, warum sie bei den Franken ein so hohes Ansehen hatten. Vermutlich wohl durch Handel und Finanzkraft. Doch anders als später bei den bekannten Patriziern Welser, Stromer, Imhoff, Tucher, Kreß usw. findet man die damaligen Handelsaktivitäten der Geuder weniger auffällig beleuchtet. Aber auch darüber Weiteres in der Fortsetzung.




Hier noch einmal die Vorfahren von Heinrich I Geuder, der als erster nach Nürnberg zog


Geuder-Vorfahren, Teil 1
von Kurt Geuther


Ich stehe beim Schreiben dieses Beitrags nicht "über den Dingen", versuche vielmehr selbst einen Überblick zu gewinnen. Man gerät bei den Recherchen schnell in den Sog der Geschichte und läuft Gefahr, sich zu verzetteln.

Nach Biedermann zog Heinrich I also als erster der Familie nach Nürnberg, nahm 1349 das Bürgerrecht an, wurde 1366 zum Reichsschultheiß ernannt und starb 1389. Wann genau er nach Nürnberg zog, wird nicht gesagt. Bemerkenswert ist, dass er mit der Frau "Anna Gros" aus der Patrizierfamilie Groß verheiratet war. Er war also schon eine bedeutende oder begüterte Persönlichkeit, was auch für seine Vorfahren gilt.

Stets drängt sich die Frage auf, wodurch sein Urgroßvater Sigmund I wohl die Bedeutung erlangt hat, im Jahre 1245 eine Frau von Kammerstein heiraten zu können und Besitzer des Schlosses Kammerstein zu werden? Kam er aus dem Kreis der Ministerialen, war er ein Grundherr oder war er Händler? Forschungen über die Entstehung des Patriziats geben vielleicht Auskunft, wie es gewesen sein kann.

Über Heinrich I gibt es in der Nürnberger Stadtgeschichte Überlieferungen. Bei Prozessen ist er 1353 als Frager notiert und 1355 sowie 1392 als Zeuge genannt. Im Achtbüchlein der Stadt Nürnberg steht die Eintragung, daß Heinrichs Knecht 1353 aus der Stadt verwiesen wurde, dazu der Text: "Herman dez Heinrich Gewders kneht ist die stat verboten 5 jar und 5 meyl hindan on gnad." Auch eingetragen stehen 1335 ein Chunrat Geuderlein, der für zwei jar der Stadt verwiesen wurde und 1348 ein "jung Geuderlein", der für ein Jahr einen Stadtverweis bekam. Diese beiden tauchen weder bei Biedermann noch in meinen Sammlungen der Geuder auf, die ich bis zum Jahr 1800 zusammenstelle. In der Zusammenstellung sind allerdings schon etliche Redundanzen aufgetreten, die möglicherweise nicht alle beseitigt werden können.

Mit Urkunde vom 15. Mai 1391 erwerben die Kinder von Heinrich I, Conrad I und Heinrich III, die reichsunmittelbaren Güter zu Heroldsberg, zu Bruck, zu Groß- und Kleingeschaidt, zu Beringersdorf und zu Herpersdorf mit Halsgericht und Dorfgericht. Damit unterstanden Sie dem Kaiser direkt. Von dieser Zeit an werden Conrad I sowie Heinrich III und deren Nachkommen als "Geuder von Heroldsberg" geführt. In der Urkunde heißt es auszugsweise wörtlich: "Swantibor, zu Stetyn, der Pomörn, der Wenden, der Cassuben Herzog, verkauft seine reichslehenbaren Güter zu dem Herlsperg, zu Bruk und Czwey Gescheide, zu Pergnersdorff und Herberzdorff mit Halsgericht, Dorfgericht...usw., die ihm anerstorben sind von seinem Schwiegervater sel., dem Burggrafen Albrecht von N, an die Brüder Heinrich und Conrad die Gewder, B zu N. - Geben an dem Montag in den heyligen pfingsttagen...."

Conrad I verwaltet auf Befehl des Burggrafen zu Nürnberg das Amt des Reichsschultheißen wie sein Vater, ist Burggräflicher Rat, Amtmann zu Schwabach und Richter zu Windspach. Seine erste Frau war Agnes Waldstromer, die er 1388 geheiratet hat, seine zweite Beatrix von Wenkheim. Er hatte drei Kinder: Georg Geuder von Heroldsberg, Conrad II Geuder von Heroldsberg und Heinrich Geuder von Heroldsberg. Conrad I selbst ist am 15. Mai 1419 in Schwabach gestorben. Biedermann schreibt von ihm, dass er die Linie Nürnberg, Schwaben und Elsass wieder neu belebt hat.

Der Bruder von Conrad I, Heinrich III, kam 1389 in den Rat zu Nürnberg, führte die Hauptlinie nach Biedermann dauerhaft fort und ist 1407 gestorben. Seine erste Frau war Brigitta Pfinzing von Hensenfeld, die zweite Anna Ortlieb. Heinrich III hatte drei Kinder: Seitz Geuder von und zu Heroldsberg, Martin I Geuder von Heroldsberg und Clara Geuder von Heroldsberg.

Die Schwester von Conrad I und Heinrich III ist Elisabeth Geuder von Heroldsberg. Sie war mit Craft Behaim, geb. 1326 verheiratet. Biedermann gibt der Elisabeth auch den Zusatz "von Heroldsberg" und schreibt bei Seitz Geuder: "von und zu Heroldsberg", bei anderen Nachkommen nur "von Heroldsberg". Das "von" ist ein Namenszusatz, aber kein Adelstitel, denn den bekamen die Geuder von Heroldsberg erst 1697 zuerkannt. "Von und zu Heroldsberg" wird vermutlich aussagen, daß Seitz Geuder der Besitzer von Heroldsberg war. Doch ich bin nicht sicher und würde mich diesbezüglich gern von Sachkundigen aufklären lassen.

Von jetzt an beginnt die Ahnenreihe der Patrizier Geuder derart in die Breite zu wachsen, dass sie in dieser Weise nicht weiter behandelt werden kann. Ich will nur noch zwei Ereignisse aus der Datenfülle herausgreifen:
Mit Johann Philipp Geuder genannt Rabensteiner *19.03.1597 †11.04.1650 beginnt eine Abzweiglinie von der Heroldsberger Geuder-Linie. Johann Philipp heiratete in zweiter Ehe am 1. Mai 1649 Anna Elisabeth Rabensteiner von Dölau. Von ihr, der Rabensteinerin, haben er und seine Nachkommen den Zunamen Rabensteiner angenommen und hierüber ein Kaiserliches Diploma erhalten. Zur Person von Johann Philipp schreibt Biedermann und ich zitiere leicht abgewandelt: Johann Philipp Geuder, genannt Rabensteiner zu Heroldsberg und Stein, Hochfürstlich Brandenburg- wie auch Hochfürstlich Anhaltischer Rath und Hofmeister, Ritter Hauptmann des löblichen Orts Gebürg und Director aller 6 löblichen Orte in Franken, Erb Schenk des Hochstiftes Würzburg und des heiligen Römischen Reichs Ritter. Stifter der blühenden, älteren Hauptlinie genannt Rabensteiner, geboren anno 1597, den 19. März. Er signalisierte sich nach zurückgelegten Studiis und vollbrachten Reisen sowohl zu Felde, als an grosser Herren Höfen und bei der unmittelbaren Reichsritterschaft, anfänglich Lieutenant, sodann aber Rittmeister unter den Kaiserlich Kevenbüllerischen Regimente, endlich aber Königlich Schwedischer Kriegs Rath und Commillarius über den löblich Fränkischen Kreis geworden. Da er schon vorher Hochgräflich Löwenstein Wertheimischer Hofmeister und Kanzlei Präsident gewesen, ward er anno 1636 als Hochfürstlich Anhaltischer Rath, Hofmeister und Gesandter am Kaiserlichen Wahl- und Krönungstag in Regensburg zum Ritter geschlagen und erlangte sofort die Raths Stelle bei dem Hochfürstlichen Hause Brandenburg von des Herrn Bischofs zu Würzburg Hochfürstlichen Gnaden, aber die Gnade, dass er und seine männliche Nachkommenschaft mit dem Erb-Unter-Schenken Amte des Hochstifts Würzburg und Herzogtums zu Franken belehnt wurde. Die unmittelbare Reichsfreie Ritterschaft löblichen Orts Gebürg erwählte ihn anfänglich zu ihrem Rath, dann aber zum Hauptmann, endlich aber wurde ihn gar das General und Special Direktorium des gesamten unmittelbaren Ritterschaftlichen Corporis aller 3 Kreise Franken, Schwaben und am Rheinstrom aufgetragen, welches er auch bis an sein Ende löblichst verwaltete. Er starb anno 1650, den 11. April.

Soweit dies Zitat.


Eine Besonderheit in der Genealogie möchte ich noch erwähnen, nämlich die Heirat von Christian Geuder genannt Rabensteiner *11.03.1736 †15.11.1810 mit Maria Elenora Magdalena Theodora Geuder v. Heroldsberg *31.03.1745 †16.01.1787, Tochter des Johann Adam Rudolph Carl Geuder von Heroldsberg und seiner Frau Maria Magdalena Elenora Kreß von Kressenstein. Sie heirateten am 01.11.1763, führten also eine Ehe unter Verwandten.

Neben den Patriziern Geuder, die hier genannt wurden, sind vor 1349 andere Geuder in Nürnberger Unterlagen nachgewiesen. So steht im Bürgerverzeichnis unter dem Jahr 1302 ein Geuder eingetragen, ein anderer 1325 und 1326, dann die vorher schon erwähnten Chunrat Geuderlein im Jahre 1335 mit jung Geuderlein 1348 im Achtbüchlein. Weiter 1353 im Achtbüchlein ein Marquart Geuder, 1363 im Handwerksbuch ein Tagwerker Fritzz Geuder sowie letztlich 1370 Marquart Geuder im Nürnberger Meisterbuch. Vom Namen her lässt sich nicht entscheiden, ob die Genannten mit den Patriziern verwandt sind, denn vor 1391 gab es noch keine Geuder mit Namenszusatz "von Heroldsberg".

In der nächsten Folge will ich anhand der mir vorliegenden Unterlagen auch etwas über die Ausbreitung des Namens Geuder sagen.


Die Geuder-Ahnen, Teil 2
von Kurt Geuther


Namenausbreitung
Um die geografische Ausbreitung des Namens Geuder darzustellen muss man wissen, wann und in welchen Orten Geuderfamilien gelebt haben. Bei Biedermann sind die Angaben über Wohnorte der Patrizier Geuder denkbar dünn. In seiner Einleitung heißt es allgemein: "Besagte Cammersteiner Linie wendet sich anno 1349 nach Nürnberg und breitet sich nicht nur daselbst sondern auch auf dem Lande in Franken, Schwaben und Elsaß, wie nicht weniger in den Kaiserlichen Erblanden mit seinen Ästen aus."

Die Familie von Sigmund I wird noch in Kammerstein gelebt haben und Sigmund II dort geboren sein. Letzterer überlässt 1280 aber das Schloss den Herren Grafen von Nassau. Nun kann man annehmen, dass er mit seiner Familie in Kammerstein blieb, denn seine Nachfahren hatten noch Rechte am Schloß Kammerstein wie Leib-Gedinge und ein Pfandrecht.



Vorfahren von Conrad I. Siehe auch weiter unten die Grafik Nachkommen von Sigmund II


Wo sich dann die Nachkommen mit ihren Familien häuslich niederließen, lässt sich bei Biedermann nur im Einzelfall feststellen. Heinrich I zog bekanntlich nach Nürnberg, nahm dort 1349 das Bürgerrecht an, Heinrich III blieb vermutlich in Nürnberg wohnen, Christoph Geuder von Heroldsberg, †1527, ging von Nürnberg nach Hagenau im Elsaß, Hanß Heinrich lebte wohl in Stülingen (heute Stühlingen, Südschwarzwald), Karl Friedrich Joseph starb 1808 in München, Karl Friedrich Eugen, Sohn des Johann Sigmund Karl, Freiherr Geuder von Heroldsberg, wurde 1822 in Ottobeuern (südl. Memmingen) geboren, um einige zu nennen. Um 1480 wohnten die Nürnberger Geuder im Bereich der St.-Lorenz-Kirche.

Da das Geschlecht der Geuder von Heroldsberg 1349 bis 1806 (mit kurzen Unterbrechungen) dem "Inneren Rat" der Stadt Nürnberg angehörte, werden jene die im Rat waren, in Nürnberg und Umgebung gelebt haben. Nach dem Tanzstatut von 1521 gehörten sie ja zu den zwanzig alten ratsfähigen Geschlechtern. Sie hatten Besitzungen in Nürnberg und im Nürnberger Umland wie das Reichslehen Heroldsberg mit seinen 4 Geuder-Schlössern, Groß- und Kleingschaid, Neunhof, Reichslehen Stein, Herrensitz Weiherhaus u.a.m. Vom Geschlecht der Geuder gehörten zu den Nürnberger Reichsschultheißen (Kaiserliche Beamte seit Ende des 12. Jahrhunderts, welche die Gerichtsbarkeit über die Nürnberger Bürger ausübten):

  • Heinrich Geuder, 1366-1385 Reichsschultheiß von Nürnberg.

  • Martin III. Geuder (1455-1532), Ratsherr, Losunger und Reichsschultheiß von Nürnberg, ab 1518 Pfleger aller Männerklöster in Nürnberg, ab 1524 Pfleger der beiden Nürnberger Pfarrkirchen, Freund Albrecht Dürers.

  • Johann Adam Georg Christoph Geuder von Heroldsberg (1641-1718), Vorderster Losunger und Reichsschultheiß von Nürnberg, kaiserlicher Rat.

  • Carl Benedikt Geuder von Heroldsberg (1670-1744), Ratsherr, Vorderster Losunger und Reichsschultheiß von Nürnberg, Ritter, Verwahrer der Reichskleinodien.


Im Internet kann man unter Wikipedia nachlesen, dass die Patrizier Geuder ihren Reichtum unter anderem durch den Fernhandel vermehrten. Sie handelten im 14. Jahrhundert mit Gewürzen und Tuchen nach Köln. Im späten 14. Jahrhundert waren sie in Venedig und im frühen 15. Jahrhundert in Frankfurt am Main und Flandern anzutreffen. Um 1418 tätigten sie Finanzgeschäfte in Paris, waren außerdem an Montanunternehmen beteiligt. Entsprechende Angaben findet man auch im Stadtlexikon Nürnberg, Seite 357. Von all diesen Geschäften fand ich bei Biedermann nichts. Das wird seinen guten Grund gehabt haben, denn es war für den Adel nicht standesgemäß, Handel zu betreiben oder einen bürgerlichen Beruf auszuüben. Biedermann durfte die Geuder wahrscheinlich mit dem Handel nicht in Verbindung bringen. Die Patrizier zogen sich nach und nach vom Handel zurück, versuchten ihre kaufmännische Vergangenheit zu verdrängen und lebten auf ihren Herrensitzen hochherrschaftlich und standesgemäß. Der Wandel begann im 17. Jahrhundert und kurz davor, nachzulesen u. a. in der "Geschichte der Reichsstadt Nürnberg" von Dr. Emil Reicke.

Der Handel erforderte ein Netz firmeneigener Kontaktpersonen an Handelswegen und Handelsorten. Solche Kontaktpersonen könnten auch Famlienangehörige gewesen sein, die ihren Namen ohne Zusatz führten. Die von Biedermann aufgestellte Genealogie der Patrizier Geuder kann man wohl nicht als vollständig und exakt zugrunde legen. Es fällt z.B. auf, dass es von den drei Jungens des Sigmund II, Sebastian I, Siegemund und Hermann I keine Nachkommen geben soll. Bei Sebastian I steht nur: Ritter, Kayserlicher Landvoigt im Elsaß und Hauptmann in Schwaben, bei Siegemund steht gar nichts und von Hermann I weiß man nur, dass er 1281 geboren wurde, in Urkunden genannt und dass er mit einer Frau Schmozer verheiratet war. Die Linie von Sigmund II setzt sich nur über Georg I fort. Auch bei dessen einen Sohn, dem Hanß I, steht nur der Vermerk "Ritter", sonst nichts. Der vorher erwähnte Heinrico Guder, im Register zum Nürnberger Urkundenbuch 1253 Geuder genannt, könnte mit einem im Buch "Die Annalen der Reichsstadt Nürnberg von 1623" auf Seite 171 genannten Heinrich Geuder zu Kammerstein identisch sein, dessen Heirat dort vermerkt wurde. Von ihm habe ich bei Biedermann nichts gefunden.





Nachkommen von Sigmund II



Weiter fällt mir auf, dass es in Biedermanns Geuder-Genealogie nur "ritterlich und adelig" zuging, es keine krassen Abweichler gab. Möglich also, dass einige Nachkommen absichtlich nicht mit aufgeführt wurden. Diese meine Auffassungen zu Biedermann sind in keiner Weise als Kritik seines Werkes aufzufassen, ich möchte lediglich damit sagen, dass man Verwandtschaften zwischen adeligen und nicht adeligen Geudern nicht ausschließen kann. Auch aus diesem Grund könnte eine Überarbeitung der von Biedermann aufgestellten Geuder-Genealogie mit neueren Erkenntnissen für uns nützlich sein. Ein Einzelner wäre damit sicher überfordert, denn es ist eine Menge an Literatur zu verarbeiten, eine Datenbank aufzustellen und auftretende Redundanzen zu beseitigen. Leider gibt es von den Geudern, die heute diesen Namen tragen, nach meinem Wissenstand keine exakt aufgestellten Ahnenlinien. Der Name taucht zwar in vielen Ahnenlinien bei verschiedenen Ahnenforschern auf -siehe Gesellschaft fuer Familienforschung in Franken e.V.- doch es handelt sich dabei um keine ausgesprochenen Geuder-Linien.

Aus den hier wenig dargestellten Fakten über die Geuder-Ahnen mag man erkennen, wie umfangreich das Thema ist und vor welch riesiger Aufgabe die Interessengemeinschaft Geuder/Geuter/Geuther-Ahnen steht. Mit dem Ziel vor Augen, in ferner Zukunft einmal eine exakte Familiengeschichte zu präsentieren sind wir auf einem Weg, der noch Generationen nach uns beschäftigen wird. Wir bitten alle Namensträger mit ihren Angehörigen, die noch abseits stehen, mitzumachen und sich uns als Mitglied anzuschließen.

© nachgearbeitet Januar 2009

 
20.11.2017
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