Geuder Patrizier - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

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Über die Nürnberger Patrizier Geuder
von Kurt Geuther im April 2008

Die Geuder gehören zu den ältesten Geschlechtern Nürnbergs. Über sie wird man in Archiven und entsprechender Literatur schnell fündig, denn von 1349 bis 1806 gehörten sie mit kurzen Unterbrechungen dem viel beschriebenen Rat der Stadt Nürnberg an. Herr Studiendirektor Mahr aus Oberasbach bei Nürnberg gab mit freundlicherweise Literaturhinweise über Werke, die sich mit den Patriziern Nürnbergs beschäftigen, zu denen auch die Geuder gehören. Er nannte das Buch von Imhoff: "Berühmte Nürnberger", das "Nürnberger Urkundenbuch", Johannes Müllner: "Annalen der Reichsstadt Nürnberg", Dr. Emil Reicke: "Geschichte der Reichsstadt Nürnberg", Schuhmann-Hirschmann: "Urkunden des Zisterzienserklosters", Gerhard Hirschmann: "Stein bei Nürnberg" und Werner Sprung: "Rund um Stein". Um meine Unwissenheit über die Patrizier Geuder im Rat der Stadt Nürnberg etwas abzubauen, war ich im Staatsarchiv Nürnberg, habe außerdem in o. g. Büchern "Geschichte der Reichsstadt Nürnberg" und den "Annalen der Reichsstadt Nürnberg" gelesen, dann den "Biedermann" studiert, den ich bereits an anderer Stelle dieser Homepage nannte und habe in zahlreichen Internetseiten gelesen. Das sind aber noch lange nicht alle Dokumente und Abhandlungen, die es gibt. Man müsste sie alle sichten. Trotzdem muß ich hier zunächst einen Schnitt machen und will versuchen einiges wiederzugeben, was ich bei meinen bisherigen Studien erfuhr.

Die Anfänge der Stadt Nürnberg liegen auf dem Burgberg. Die um 1105 aus dem niederösterreichischen Geschlecht stammenden Grafen von Raabs wurden mit der Burg belehnt und als Burggrafen von Nürnberg eingesetzt. Demnach gab es hier 1105 schon eine Burg. Friedrich I. von Zollern erbte das Lehen 1190/91, das fortan bis Friedrich VI. in Händen der Grafen von Zollern blieb, die sich später Hohenzollern nannten. Sie schufen in der Folgezeit ein umfangreiches Reichsterritorium, das im Gebiet des heutigen Mittel- und Oberfrankens liegt und als Burggrafschaft Nürnberg bezeichnet wurde. Die Besiedlung in der Stadt schritt rasch voran. Noch bevor man Nürnberg kennt, wird schon über Forchheim, Regensburg, Hersbruck, Fürth, Erlangen, Bamberg und Mögeldorf berichtet. Zu dieser Zeit war von Nürnberg noch keine Rede. Später überflügelte aber Nürnberg alle fränkischen Städte.

1273 war den Hohenzollern das kaiserliche Landgericht in Nürnberg verliehen worden, welches im 15. Jahrhundert in den neuen Regierungssitz Ansbach verlegt wurde. Die wachsenden Machtansprüche der Hohenzollern brachten Konflikte mit der freien Reichsstadt und auch mit den bayerischen Wittelsbachern mit sich. Mit Urkunde vom 4. Februar 1427 verkauften die Hohenzollern Burg und Burggrafenamt an den Rat der Stadt Nürnberg. König Sigmund hatte eingewilligt. Damit war die Herrschaft der Hohenzollern in Nürnberg beendet.

Die Zeit der Burggrafen beginnt mit dem Geschlecht der Grafen von Raabs durch Gottfried II. von Raabs und endete mit dem Hohenzollern Friedrich VI. (1371 - 1440), der 1415 als Friedrich I. Kurfürst von Brandenburg wurde. Aus den erworbenen Gebieten der Hohenzollern während der Zeit der Burggrafschaft gingen die beiden hohenzollernschen Marken Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach hervor. Der in Ansbach geborenen Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach wird für Nürnberg in der weiteren Entwicklung noch eine unangenehme Rolle spielen. Albrecht (Achilles) war der dritte Sohn Friedrichs I. von Brandenburg. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1440 erbte er zunächst das Fürstentum Ansbach, im Jahre 1464 nach dem Tode seines Bruders das Fürstentum Brandenburg-Kulmbach und nach Abdankung seines ältester Bruders Friedrich II., fiel der gesamte Besitz des Hauses Hohenzollern an Albrecht.

Nürnberg als Königsstadt auf Reichsboden war Reichsstadt und damit dem König direkt unterstellt. Vertreter des Königs war hier ursprünglich der Burggraf. Der König als Stadtherr von Nürnberg vergab die Funktion des Stadtherrn dem Stadtschultheiß. In einer Urkunde vom 10. Oktober 1256 -ein Schreiben der Nürnberger an Regensburg- erscheint zum ersten Mal neben dem Schultheißen der Rat als Organ der Gemeinde. Der Schultheiß, anfänglich ein Dienstmann des Burggrafen, zugleich Gerichts-, Verwaltungs-, Polizei-, Finanz- und Militärbeamter, hatte ein Schöffenkollegium neben sich, bestehend aus den besseren Gemeindemitgliedern, aus dem sich nach und nach der Stadtrat entwickelte. Mit der Zeit war der Schultheiß dem Stadtrat gleichgestellt und in der weiteren Entwicklung dem Stadtrat sogar gegenüber verpflichtet. Der Rat bekam schließlich die hohe Gerichtsbarkeit. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts bestand er aus 26 ehrbaren Bürgern der Stadt und bildete den kleinen regierenden Rat. Ihm stand der größere Rat zur Seite, der aus nicht ebenbürtigen Bürgern sowie dem kleinen Rat bestand, der aber dem kleinen Rat zu folgen hatte. Mitglieder des kleinen Rates kamen aus der vermögenden Klasse, den ratsfähigen Geschlechtern, aus dem Patriziat. Die für den Rat berechtigten Familien, die Patrizier, waren die privilegierten Familien in der Reichstadt. Sie stammten überwiegend aus der Ministerialität. Nach dem Ende der Stauferherrschaft zogen sie in die Stadt, wie zum Beispiel die Pfinzing, Stromer, Haller, Muffel oder Groß. Reicke bezieht sich in seinem Buch "Geschichte der Reichsstadt Nürnberg" auf Hegel und schreibt: "Wir dürfen wohl annehmen, daß der Kern des Nürnbergischen Patriziats durch ritterliche Burgmannen gebildet wurde, denen sich sodann auch andere Ministerialgeschlechter, landsässiger Adel aus der Umgebung der Stadt anschlossen". Nach einer Niederschrift von Ulmann Stromer 1390 sind 11 ehrbare Gechlechter, darunter die Geuder bezeugt.

Für das Verständnis der Abläufe und Begebenheiten im inneren Rat der Reichsstadt Nürnberg, in dem auch die Patrizier Geuder wirkten, sind die vorher genannten Zusammenhänge wichtig; man muß ja schließlich wissen was gemeint ist, wenn vom Burggrafen, vom Inneren Rat (vorher kleiner Rat) der Stadt oder vom Reichsschultheiß die Rede ist. Die Ratsmitglieder des Inneren Rates gehörten den ratsfähigen Geschlechtern an, welche das Patriziat bildeten. Daneben gab es den Stand der "Ehrbaren". Dies waren die Vermögenden, die Kaufleute, Grundbesitzer, auch Gelehrte, die Doktoren, Ärzte und Apotheker, nie aber Krämer und Handwerker. Der Stand der "Ehrbaren" schließt die Patrizier mit ein. Nach einer Aufzählung von Mummenhof gehörten neben den Waldstromer (1223), den Holzschuher, (1228), den Pirkheimer (1359) und anderen auch die Geuder (1236) zu den ältesten bekannten Geschlechtern, und diese waren von 1349 bis 1806 mit kurzen Unterbrechungen im Rat der Stadt, bekleideten darin zeitweise hohe Positionen wie das Amt des Reichsschultheißen und das hohe Amt des vordersten Losungers (oberster städtischer Steuereinnehmer). In späteren Jahrhunderten kämpften die Geuder als Offiziere gegen die Türken, standen in Holländischen Diensten und dienten dem Schwedenkönig Gustav Adolf sowie Friedrich dem Großen. Im Jahr 1797 werden noch 23 ratsfähige Familien genannt: Waldstromer, Gugel, Scheurl, Ölhafen, Peller, Praun, Wölkern, Behaim, Ebner, Fürer, Geuder, Grundherr, Haller, Harsdorf, Holzschuher, Imhof, Kreß, Löffelholz, Pömer, Stromer, Tucher, Volckamer und Welser. Die Nürnberger Reichsschultheißen waren seit Ende des 12. Jahrhunderts Kaiserliche Beamte und übten die Gerichtsbarkeit über die Nürnberger Bürger aus. Vom Geschlecht der Geuder gehörten dazu:

  • Heinrich Geuder, 1366-1385 Reichsschultheiß von Nürnberg.

  • Martin III. Geuder (1455-1532), Ratsherr, Losunger und Reichsschultheiß von Nürnberg, ab 1518 Pfleger aller Männerklöster in Nürnberg, ab 1524 Pfleger der beiden Nürnberger Pfarrkirchen, Freund Albrecht Dürers.

  • Johann Adam Georg Christoph Geuder von Heroldsberg (1641-1718), Vorderster Losunger und Reichsschultheiß von Nürnberg, kaiserlicher Rat.

  • Carl Benedikt Geuder von Heroldsberg (1670-1744), Ratsherr, Vorderster Losunger und Reichsschultheiß von Nürnberg, Ritter, Verwahrer der Reichskleinodien.


Heinrich VII. erlässt am 11. Juni 1313 folgende Bestimmungen: Der Reichsschultheiß zu Nürnberg soll die öffentlichen, die Reichs- oder Heerstraßen, die man gemeinhin "königliche" nenne, beschützen und das Geleitrecht auf ihnen haben. Der Schultheiß und der Rat sollen Macht haben, jeden zum Bürger anzunehmen, der darum einkommt. Einmal jährlich soll sich der Schultheiß vor dem Rate verpflichten, gute und unparteiische Rechtspflege zu üben gegen reich und arm und in allen Sachen mit Beirat und Schöpfen zu richten und zu urteilen. Die Burg soll von der Stadt nicht getrennt werden, sondern jeder Burgvogt oder Besitzer einer Burghut soll dem Rat Bürgschaft leisten, daß er die Burg vom Tode eines römischen Kaisers oder Königs an bis zur Erwählung eines andern der Stadt zur Bewachung überlassen wolle. Am 11. Juni 1348 kam es in Nürnberg zum Aufstand gegen den Rat. Handwerker und Bürger der Stadt stürmten das Rathaus und vernichteten wichtige Schriftstücke. Die Ratsmitglieder hatten sich vorher in Sicherheit gebracht. 1349 wurde die alte Ordnung wiederhergestellt, doch Geldmangel und stockender Handel waren die Folge. Die Reaktion des alten Geschlechterregiments war unblutig. Den Schuldigen mit deren Angehörigen wurde die Stadt verboten. Nach dem Aufstand 1348 kamen einige Handwerker in den Rat, wurden im Grunde aber doch nur als technische Berater tätig.

Im Buch "Die Annalen der Reichsstadt Nürnberg v. 1623 Teil I" von Johannes Müllner, ist auf Seite 171 Heinrich Geuder zum Cammerstein genannt, der um 1280 gelebt, und eine Tochter von Waldstromer geheiratet hat. Den schwer zu lesenden Buchtext *) interpretiere ich so, daß Heinrich Geuder von Cammerstein die einzige Tochter von Cunradt Waldstromer und Ehefrau Groß geheiratet hat. Cunradt Waldstromer ist 1309 gestorben. Noch zu Lebzeiten von Cunradt wird dessen Tochter den Heinrich (Heinrico) Geuder von Kammerstein geheiratet haben, ich schätze um 1280 herum. Dann könnte sie um 1260 geboren sein, der Heinrich (Heinrico) Geuder von Kammerstein evtl. um 1255. Da Siegmund II um 1250 auf Schloß Kammerstein geboren wurde, könnten Siegmund II und Heinrich (Henrico) Brüder sein. Im Nürnberger Urkundenbuch wird am 9. Mai 1253 ein Heinrico Geuder (Guder) als Zeuge bei einer Schenkung von Heinrich von Hohenlohe an die Johanniter in Reichardsroth genanntl, ein weiterer Beweis für die Existenz des Heinrich (Heinrico) Geuder von Kammerstein. Biedermann erwähnt diesen Heinrico in seiner Geuder-Genealogie nicht.
*) Dieser obengenannter beeder Waldstromer Vatersnamen weiß man zwar heitigs Tags nit, es hat aber obgedachter Heinrich Waldstromer R. zur Ehe gehabt eine Gräfin von Dornberg, deren Mutter eine Burggräfin zu Nurnberg gewest. Ob er Erben verlassen, findet man nit. Gleichsfalls soll auch sein Bruder Gramlieb ledigs Stands gestorben sein.Sie haben aber noch einen Bruder gehabt, Cunradt genannt, welcher nach ihrem Absterben Anno 1266 gleichmäßige Belehnung des Reichsforstes und Wildbanns von Cunradt dem Andern, König zu Jerusalem und Sicilien, Herzogen in Schwaben, erlangt, wie Hainrich und Gramlieb, seine Brüder, und er denselben bishero innen gehabt, doch daß sie dem königlichen Hof davon leisten, was sich gebührt und herkummen. Datum, Augspurg II. Kal. Novembr. 1266 (22.10.1266). Eine gleichmäßige Belehnung hat er auch erlangt von Ludtwig, Pfalzgrafen bei Rhein, Herzogen in Bairn, der damals tempore interregni Statthalter des Reichs gewest. Die ist datiert zu Nurnberg 17. Kal. Novembr. 1266 (16.10.1266). Dieser soll Kaiser Fridrichs des andern Rat und Diener gewest und mit ihm übers Meer gezogen, auch von ihme zum Ritter geschlagen worden sein. Soll mit S. Francisko zu Assisio Kundschaft gehabt und auf sein Begehren das Parfußerkloster zu Nurnberg an der Pegnitz, mit Hulf der Grafen zu Nassau, gestiftet haben, wie er dann mitten in gedachts Kloster Kirch unter erhöheten Grab begraben, mit dieser Grabschrift: "Anno 1266 an S. Martins Tag starb der gestreng und vest Herr Cunrad Waldstromer, Ritter, gefreiet, dem dem Gott gnadt." Es ist aber aus dem Stilo zu vermuten, daß die Grabschrift nit alsbalden, sonder vielleicht lange Jahr hernach aufgerichtet worden, dann im Parfußer Totenkalender stehet, er sei gestorben, den 2. Novembris, so findet man derselben Zeit wenig teutsche Grabschriften. Sein Ehewirtin ist gewest Beatrix vom Berg, welche gestorben Anno 1269, den 6. Febr. Und auch in gedachter Begräbnis begraben. Er hat mit ihr gezeugt einen Sohn, auch Cunradt genennet, und eine Tochter, die hat zur Ehe gehabt Cunradt von Reichenbach, von dem ein ander Geschlecht herkummen, die sich auch Stromer genennet. Diesem Cunradt Waldstromer dem Jungern hat König Rudolff obgedachte Lehen verliehen, Anno 1282 ( 25.08.1282. Unter dem gleichen Datum verleiht der König auch das Forstmeisteramt an Konrad Stromer). König Adolff Anno 1293 (5.5.1293. Bei dieser Urkunde handelt es sich um die Verleihung des Forstmeisteramtes). Er hat zur Ehe gehabt eine Größin (Geschlecht der Groß) und mit ihr erzeugt 4 Söhn und eine Tochter, welche Heinrichen Geuder zum Cammerstein verheuratet worden. Er ist gestorben Anno 1309.

Biedermann beginnt seine Geuder-Genealogie mit Sigmund I. Sein Text zu dessen Sohn, Sigmund II: "Siegemund II. überließ das Schloß Cammerstein denen Herren Grafen von Nassau, welche es anno 1296 an die Herren Burggrafen zu Nürnberg verkauffet haben". Die Grafen von Nassau besaßen Grundbesitz in und um Nürnberg, aber nicht vor 1299. Im Jahr 1299 verpfändete der Nachfolger König Adolfs, Albrecht I, die Burg Cammerstein und die zur Reichsvogtei in Nürnberg gehörigen Güter Schwabach, Altdorf und Heroldsberg, dem Grafen von Nassau und dessen Gemahlin Anna, Tochter des Burggrafen Friedrich III von Nürnberg, für 500 Mark Silber, so der Text bei Reicke "Geschichte der Reichsstadt Nürnberg".

Die Machtausdehnung der Landesfürsten führte zu vielen Kleinkriegen, so auch gegen die reicher werdende Stadt Nürnberg. 1450 wird der Hauptmann Georg Geuder auf Nürnberger Seite genannt, der bei Windsheim von Truppen des Markgrafen Albrecht von Brandenburg überrascht wurde und mit 52 seiner Leute in Gefangenschaft geriet. Es handelt sich um Georg Geuder von Heroldsberg (1400 - 1456), Sohn von Conrad I von Heroldsberg und Ehefrau Agnes Waldstromer. Biedermann schreibt über ihn: Georg Geuder von Heroldsberg führte die Conradinisch wieder ausgegangene Linie fort, diente anfänglich Herrn Churfürst Friederichen von Brandenburg, nachgehend aber auch dem Römischen Kayser Sigismundo mit etlichen Pferden, kam in den Rath zu Nürnberg anno 1430, war 25 Jahre darinnen, binnen welcher Zeit man ihn zu vielen Raths Botschaften, Fürstentagen und andern wichtigen Verrichtungen gebrauchte. Er war im Märkischen Krieg wider Herrn Marggraf Albrechten von Brandenburg, der löblichen Stadt Nürnbergs Hauptmann.

1502 wollten Friedrich der Weise, Joachim Kurfürst zu Brandenburg, die Herzöge Johann und Georg von Sachsen und Landgraf Wilhelm von Hessen zwischen der Stadt Nürnberg und dem Markgraf von Ansbach-Bayreuth vermitteln. Der Rat schickte aus seiner Mitte Anton Tucher, Martin Geuder (Martin III), Hans Harsdörfer und Dr. Letscher am 8. Juni 1502 nach Erfurt. Doch es kam zwischen Nürnberg und dem Markgrafen mit seinen Standesgenossen zum Krieg und zur Niederlage der Nürnberger. Im Buch "Annalen der Reichsstadt Nürnberg Teil II" wird auf Seite 100 Martin Geuder genannt, der die älteste Tochter von Wilibald Pirckhamer geheiratet hat. Wilibald Pirckhamer war von 1496 bis 1522 im Rat der Stadt Nürnberg.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Nürnberg und den Nachbarn wurden immer heftiger. Um sein Territorium zu vergrößern und die Vorherrschaft in Franken zu gewinnen, erpresste Markgraf von Brandenburg-Kulmbach und Sohn von Markgraf Kasimir von Brandenburg-Kulmbach, Albrecht Alcibiades (1522-1557), im 2. Markgräfler Krieg 1552 beträchtliche Gebietsabtretungen und Geldsummen von Bamberg und Würzburg sowie von der Reichsstadt Nürnberg. In Heroldsberg, das zusammen mit der Kirche niedergebrannt wurde, begingen markgräfliche Landsknechte die barbarische Tat, die Leichen zweier jüngst gestorbener Geuder wieder auszugraben. Von Nürnberger Untertanen, die in den Dörfern geblieben waren, wurden viele unbarmherzig erstochen und erhängt, weder jung noch alt dabei geschont, auch mit den armen Frauen wurde ganz schrecklich und erbärmlich verfahren. Eines Abends wurden 16 gefangene Bauern dem Markgrafen zugeführt, der betrunken den Befehl gab, sie alle aufzuhängen. Auch ließ der Markgraf an mehr als 12 Orten zugleich den Reichswald anzünden. Es kam 1552 zur Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen dem Markgrafen Albrecht und der Stadt Nürnberg, der vom regierenden Bürgermeister Hans Geuder und Georg Volkamer vertreten war. Doch auch im nächsten Jahr plünderte und brannte der Markgraf um Nürnberg herum weiter. 1554 endete das Treiben des verhaßten Markgrafen. Er wurde besiegt und starb am 8. Januar 1557, noch nicht 36 Jahre alt. Entsetzliche Verheerungen hatte er über fränkisches Gebiet gebracht.

Nach dem 30 jährigen Krieg versuchten die Patrizier sich immer mehr dem Landadel zu nähern und zogen sich vom Handel zurück. Ein Privileg Kaiser Leopolds von 1697, das den ratsfähigen Familien das Prädikat "Edel" beilegte, machte dies zur förmlichen Bedingung. Man schämte sich jetzt seiner Vorfahren mit deren Geschäftstätigkeiten. Die Rieter in Kornburg und Kalbensteinberg, die Geuder in Heroldsberg, die Muffel in Eschenau kündigten ihr Bürgerrecht in der Stadt Nürnberg auf und zogen sich auf ihre Besitzungen zurück. Die Geuder kamen aber nach kurzer Zeit zurück. Viele Patrizierfamilien ließen sich vom Kaiser die Zugehörigkeit zum Adel bestätigen, andere Familien fügten ihrem ursprünglichen Familiennamen das "von" an den Namen zugekaufter Landsitze an (z. B. Geuder von Heroldsberg), der später vom Kaiser als Adelsprädikat anerkannt wurde.

Die Reibereien mit den Markgrafen über Zoll, Wildbann, Geleit usw. hörten auch nach dem 30 jährigen Krieg niemals auf. So mit dem Markgrafen Friedrich (1708-1723) gegen die Stadt Nürnberg. Einem der sieben älteren Herrn des Rats der Stadt Nürnberg, Christoph Fürer, wurde auf dem Weg von Wolkersdorf nach Nürnberg von markgräflichen Husaren überfallen, unter übler Behandlung gefangen und nach Gunzenhausen gebracht, wo ihn der Markgraf nach Wochen wieder in Freiheit setzen ließ.

Nachfolgende Geuder werden im Buch "Annalen der Reichsstadt Nürnberg" Teil II genannt:

  • Geuder (1440), der an einem Steinbruch im Wald bei Kloster Wildenreut zusammen mit Jörg und Hilpolt von Seckendorff Rechte angemeldet hat.

  • Georg Geuder (1443). Von einer Fehde wird berichtet, daß er sich zur Finanzierung des Schadens anbot.

  • Georg Geuder, Hauptmann (1449/50). Im ersten Markgrafenkrieg wurde er mit etlichen Schützen gen Weissenburg geschickt.

  • Georg Geuder (1450). Der Rat der Stadt verkündet einen Sieg und läßt ihn durch die Gesandten Georg Geuder, Niclas Muffel und Paulus Haller bekanntgeben.

  • Georg Geuder (1457) hat der Rat durch ihn und Hanß Tucher allen vermögenden Bürgern in Nürnberg verordnen lassen, einen Salzvorrat anzulegen.

  • Martin Geuder, der die älteste Tochter von Wilibald Pirckhamer geheiratet hat. Wilibald Pirckhamer war von 1496 bis 1522 im Rat der Stadt Nürnberg. Bei Martin handelt es sich um Martin III Geuder.

  • Georg Geuder (1540). Bei der Stiftung des Zwölf-Brüder-Hauses wird er als Pfleger dieser Stiftung neben anderen genannt.

  • Julius Geuder (1578) neben anderen, Pfleger des Hospitals "Zum Heiligen Kreuz".

  • Martin Geuder (1411) ist verbannt worden (bei Biedermann evtl. Martin I). Es heißt im Text: Ein Jahr über Rhein oder die Thonaw (Donau) bannisiert worden, halb ohne Gnad, woferr sein Bruder und sein Geschwei (verschwägerte Verwandte) für ihn bitten, darumb, daß er von gedachter seiner Geschwei übel geredt.

  • Text: Kaiser Maximilian der Erste hat dem Rat zu Nürnberg den Bann über das Blut im Ambt Liechtenau verliehen, welchen Martin Geuder, Anthoni Groß und Hannß Teczel dem Rat abgetreten, denselben fürbaß ihren Richtern und Ambtleuten zu verleihen und von ihnen Pflicht zu nehmen. Datum: Schwebischen Werth den 3. November 1502.


Im Teil I der Annalen stehen im Register nachfolgende Geuder in alphabetischer Folge: Anthon (1598), Endres (1489) Pfleger, Friedrich (1303), Georg (1452) Pfleger, Georg (1528) Richter, Heinrich (1335/1349/1366) Schultheiß, Heinrich (1383/1391) Amtmann, Heinrich (1489) Amtmann und Richter, Heinrich (um 1300) zu Kammerstein, Heinz (1359), Heinz (1482), Hermann (1. H. 14. Jh.), Julius (1590) Kirchenpfleger, Konrad (1384/1391, 1410) Amtmann und Richter, Margaretha (1444), Martin (1408), Martin (1468), Martin (1523) Pfleger, Philipp (1572) von Heroldsberg, Sebald (um 1450), Seitz (†1444) und Sigmund (1278).

Zur Zeit dieser Niederschrift stand mir der Teil I der Annalen nicht mehr zur Verfügung sondern nur der oben genannte Registerauszug. Den Namen Friedrich Geuder (1303) sehe ich zum ersten Mal.
Aber auch ohne weitere Einzelheiten über die im Register Genannten, sollte ein erster Überblick über die Patrizier Geuder möglich sein. Die Nachforschungen gehen natürlich weiter und wenn sich dabei Wissenswertes ergibt, wird es hier in der Homepage erscheinen.

© Die Seite wurde am 21. April 2008 erstellt.

 
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