Geuther Malmerz - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

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Die Malmerzer Geuther-Linie
von Dr. Eckhard Geuther, Seefeld




Von den verschiedenen Geuther-Linien, die in unserem Familienkreis bisher erforscht werden, ist die Malmerz-Linie die älteste. Sie reicht lückenlos und durch Urkunden belegt bis ins Mittelalter zurück.

In den Jahren nach 1452 wurde Hans Geuder (so damals die Schreibweise) Besitzer eines Hofes in dem kleinen Dorf Malmerz, das 1252 erstmals erwähnt wurde und heute ein Stadtteil des thüringischen Sonneberg ist. Das geht aus dem Fragment eines Zinsbuches der Pflege Coburg von 1441 hervor, das Besitzänderungen bis 1489 enthält. Über die Angehörigen des Hans Geuder, die das Gut mit vermutlich 20 bis 25 Hektar bewirtschafteten, wissen wir nichts, wohl aber über seine Nachfahren und Erben, von denen eine Familie bis heute (!) in der 17. Generation auf dem inzwischen stark verkleinerten Anwesen lebt.




Geuder/Geuther-Haus vor dem Umbau 2000
©(Aquarell von Ingeborg Geuther, Rötha)


Der Familienname Geuther ist allerdings in Malmerz nicht mehr vertreten, weil als Erben im Laufe der Jahrhunderte mehrmals Töchter eingesetzt wurden, die dann einen anderen Familiennamen trugen.
Im 15. Jahrhundert gab es in Malmerz acht ca. gleich große Höfe mit Wiesen an der Steinach, höher gelegenen Äckern und mit Gärten um die Gebäude herum. Bei der Zahl von acht Höfen blieb es über Jahrhunderte.

Die Wirtschaft war im wesentlichen auf den Eigenbedarf der großen Familien ausgerichtet. Ein Teil der Erträge musste an die Obrigkeit abgeliefert werden, denn es handelte sich um Lehen- oder Frongüter. Landesherr war von 1486 bis 1525 der wettinische sächsische Kurfürst Friedrich III, der Weise. In seiner Regierungszeit konnten sich die acht Hofbesitzer von ihren Frondiensten (Hand- und Spanndiensten) durch Geldzahlungen freikaufen. Außerdem gab es Abgaben, die nicht an den Fürsten sondern auch an den Hof in Sonneberg und die Kirche geleistet werden mussten (insbesondere Getreide, Eier und Käse). Sie waren drückend und fraßen einen großen Teil der Erträge auf. Dabei muss man bedenken, dass zudem ein viel größerer Anteil als heute (ca. 30% !) als Saatgut benötigt wurde, weil es noch nicht effiziente Züchtungen gab. So drohte mit jeder Missernte eine Katastrophe.

Nachfolger von Hans Geuder wurden 1492 (oder eher) sein Sohn Hempel, 1498/99 dessen Sohn Hans und dann dessen Sohn Peter, der nach 1536 in jungen Jahren starb. In seiner Generation enthalten die alten Erb- und Zinsbücher erstmals Informationen über die Familie. Seine Witwe Katharina bewirtschaftete das Lehengut zusammen mit ihren Kindern, bis der Sohn Hans es übernehmen konnte. Er war - wie später mehrere Nachkommen - auch Schultheiß von Malmerz, woraus wir schließen können, dass das Geuder-Anwesen zu den bedeutenderen des Dorfes gehörte.

1585 wurden im Nachbardorf Oberlind, zu dessen Kirchspiel Malmerz gehörte, Kirchenbücher eingeführt, so dass wir nun mehr über die Entwicklung der Familien wissen. Bereits 1525, also kurz nach der Reformation (Luther-Thesen 1517), war das Fürstentum evangelisch geworden.

Als Hofbesitzer folgen in den nächsten Generationen ein weiterer Hans Geuder, der 1591 Elisabeth Mechtolt aus Steinbach heiratete, und Hanß Geuder (der Jüngere) mit seiner Frau Katharina geb. Kohleß aus Eichitz (1631). Er baute 1664 ein neues Haus. Unter dem 30jährigen Krieg hat Malmerz zwar sehr gelitten, aber keines der acht Güter wurde verwüstet.

Nächste Besitzer waren Hanß' Sohn Jörg (Görge) Geuder und Elisabeth geb. Fröber aus Steinbach (1667). Jörg starb bereits im Alter von 39 Jahren, so dass seine Frau den Hof 22 Jahre lang mit der Familie allein betreiben musste. Jörg hatte zwei Schwestern (Barbara, verh. Hähnlein, und Margaretha, die früh verstarb) und einen Bruder Jakob, über dessen Schicksal bisher nichts bekannt ist. Hoferbe wurde Jörgs Sohn Wolfgang, der 1695 Anna Motsmann aus Oberlind heiratete.

Wolfgang wird in den Urkunden zunächst als Geuder,dann als Geuter und später, wie alle unsere weiteren Generationen, als Geuther bezeichnet. Er lebte von 1671 bis 1733.

Wolfgang, von dem eine Schwester Margaretha bekannt ist, und Anna hatten acht Kinder, von denen für unsere Forschungen zwei von besonderer Bedeutung sind: Johann Georg und Nikolaus.

Johann Georg, der Hoferbe, heiratete die Elisabeth Barbara Heumann und gab das Anwesen an die Tochter Elisabeth weiter, die sich mit dem Malmerzer Müller und Bauersmann Georg Wicklein vermählte, so dass auf dem Gut 1774 der Name Geuther verschwand, wenngleich die Besitzer immer noch Geuther-Nachkommen sind.




Nikolaus verließ Malmerz und ging als Wagnermeister in das nahe gelegene Neustadt bei Coburg. Er ist der Stammvater der Neustädter, Eisfelder, Crocker und anderer Malmerz-Zweige, die einer eigenen Betrachtung bedürfen.


Aus dem Eisfelder Malmerz-Zweig
Bäckermeister Johannes Geuther (1808 - 1870) und seine Frau Elisabeth Barbara, geb. Deipser





Aus dem Crocker Malmerz-Zweig:
Hochzeit von Elsa Geuther und Reinhold Dressel 1921 Ein großer Teil des Dorfes befindet sich unter den Gästen, die vielfach miteinander verwandt sind. Auskünfte zu den Personen können unsere Mitglieder Dr. Edgar Geuther, Berlin und Dr. Eckhard Geuther, Seefeld erteilen.



Diesen Beitrag habe ich mit Hilfe der mir bisher - auch aus unserem Familienkreis - zur Verfügung stehenden Unterlagen verfasst. Für Ergänzungen oder Korrekturen wäre ich dankbar. Über die umfangreichste Sammlung von Geuther-Daten und Informationen von den Malmerzer Anfängen bis heute verfügt Andreas Jahrow, Altenkirchen, Tel. 02681-8230384.




©September 2009

 
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