Judenbach - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

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Vorfahren der Jagdshofer Geuder in Judenbach
von Kurt Geuther im Juli 2008

Über Judenbach gibt es im Internet eine Reihe von Adressen mit ausführlicher Beschreibung des Ortes und seiner Geschichte. Außerdem dürfte Judenbach vielen unserer Mitglieder bekannt sein, die in der Nachbarschaft wohnen bzw. sich damit beschäftigt haben. Es sollten daher ein paar Stichworte und eine kartenmäßige Übersicht ausreichen, um Judenbach zu beleuchten.



Bedeutung und Herkunft des Namens Judenbach bleiben trotz vieler Untersuchungen ungeklärt. Die erste bekannte Namensnennung stammt aus dem Henneberger Urbarium 1317. Von der Entstehung des Ortes gibt es keine Überlieferungen. Ohne Zweifel ist die Ortsentwicklung abhängig von der alten Heer- und Handelsstraße Nürnberg-Leipzig gewesen, die durch den Ort führt. Auffällig für mich, dass es in Judenbach keinen Privatwald gibt wie im benachbarten Jagdshof und Mönchsberg. Der Crottendorfer Chronik 1998 (Internet) kann man über die Besiedlung Crottendorf/Vogtland, Mitte des 12. Jh. entnehmen, dass man bei der Urbarmachung den Bauern einen Streifen bis zur Waldgrenze und noch ein Stück in den Wald hinein zugeteilt hat, siehe Crottendorf, was aber in Judenbach scheinbar nicht der Fall war. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Siedlung nicht aus landwirtschaftlichen Gründen entstand. Die Ortsnamen fränkischen Ursprungs enden meist auf -dorf, -bach, -hausen, -grün, -rod, -heim, -hofen, oder -reuth (reuten, roden), wie u.a. Judenbach, Jagdshof, Heinersdorf. Von der alten Heer- und Handelsstraße gibt es zahlreiche Überlieferungen. Auf ihr zogen Militärs, Kaufleute und Reisende durchs Land, hervorzuheben hier, Reisende von hoher Persönlichkeit. Seit eh und je waren die Judenbacher mit der Unterhaltung der Staße beschäftigt, waren im Geleitwesen eingebettet, betrieben die Köhlerei, und sie waren wahrscheinlich von Anfang an christianisiert. Als geschütztes Bodendenkmal sind nördlich von Judenbach noch Teilabschnitte der ehemaligen Sattelpaßstraße (Hohlwege) zu erkennen. Seit 1529 gehörte Judenbach zum Kirchspiel Oberlind, wurde aber 1674 selbständige Pfarrei, siehe Kirchspiel Oberlind.

Die Kirche Judenbach, die übrigens im Jahre 2005 ihr 300-jähriges Kirchenjubiläum feierte, hat eigene Kirchenbücher mit Tauf-, Trau- und Sterberegister geführt. Leider sind die von 1598-1693 verschollen, eine Katastrophe auch für die Familienforschung.

Herr Joachim Morgenroth aus Judenbach machte mich vor einiger Zeit schon einmal auf Geuder in Judenbach aufmerksam. Aus den Kirchenbüchern Judenbach ab 1693 stellte ich mir daraufhin eine Liste der Geuder auf.

Bei meiner letzten "Ahnenreise" im Mai 2008 wollte ich die vorläufig aufgestellte Ahnenlinie Jagdshof weiter rückwärts erkunden. Es ging um einen Geuder, der 1675 in Jagdshof von Hans Dorsch das Lehengut gekauft hat und dessen Herkunft im dunkeln liegt. Wohl ist bekannt, dass ein Geuder in Jagdshof am 11. März 1684 gestorben ist und eine Familie hatte, doch weitere Daten fehlen. Ich suchte im Staatsarchiv Coburg und im Landeskirchenarchiv Eisenach nach den Zusammenhängen, und glaube sie gefunden zu haben.

Im Staatsarchiv Coburg durchsuchte ich vorrangig die alten Militärunterlagen und im Landeskirchenarchiv Eisenach die Mikrofilme von Oberlind und Effelder. Allerdings beschränkte ich mich jeweils auf das 17. Jahrhundert. Als Käufer des Lehengutes Dorsch in Jagdshof steht am 30. April 1675 eingetragen: "Hans Geuder Jacob genannt" und nach ihm als Besitzer seine Söhne Hans der Schneider und Hans der beck.

Ohne es näher zu erläutern, halte ich den in Judenbach mehrfach nachgewiesenen "Hans Geuder Jacob genannt" für den Käufer. Dafür gibt es eine Reihe von Indizien. In Jagdshof gab es vor 1675 keine Geuder, das steht fest. In den Kirchenbüchern Oberlind und Effelder fand ich keinen mit diesem Namen und die Kirchenbücher Judenbach sind für den infrage kommenden Zeitraum verschollen. Solange nichts anderes bewiesen wird, betrachte ich die Linie Jagdshof in Judenbach rückwärts fortgesetzt und behaupte: "Hans Geuder Jacob genannt", wurde im September 1628 in Judenbach geboren, hat dort geheiratet und ist Vater der Söhne Hans Geuder der Schneider (1658-1725), Hans Geuder der beck (1664-1739), Tagelöhner Hanß Geuder (1676-1717), möglicherweise noch Johannes Geuder (1679-?) und Michael Geuder (1682-1764). Im Jahre 1675 zog die Familie nach Jagdshof und bewirtschaftete das erworbene Gut. Ein Hinweis dafür ist u.a. eine militärische Musterung im Jahre 1697, bei der Hanß Geuther aus Jagdshof erfaßt wurde (Band LReg 10605 Staatsarchiv Coburg) und eine militärische Musterung 1702, bei der Hanns Geuder, beck aus Jaidshoff aufgeführt steht (Band LAF 3390, Rückseite 33, Staatsarchiv Coburg). Hier die rückwärtige Ahnenlinie von "Hans Geuder genannt Jacob" in Judenbach:

  • 1. Sein Vater ist Jacob Geuder geboren 1601 in Judenbach.

  • 2. Sein Großvater ist Michael Geuder geboren ca. 1570 in Judenbach mit den Kindern Hans Geuder, Schneider der Jünger geboren ca. 1596, Hans Geuder der Jünger geboren 1598, Hanß Geuder geboren ca. 1600 und Jacob Geuder geboren 1601.

  • 3. Sein Urgroßvater ist Hans Geuder geboren ca. 1520 in Judenbach mit seiner Ehefrau Elisabeth und dem Kind Michael Geuder geboren ca. 1570.

  • 4. Sein Ur-Ur-Großvater ist Hans Geuder geboren ca. 1470 mit den Kindern Erhardt Geuder geboren ca. 1510 und Hans Geuder geboren ca. 1520. Der Ur-Ur-Großvater könnte noch einen Bruder Michel gehabt haben, geboren ca. 1460, der einen Sohn Clas hatte, geboren ca. 1480 und der wiederum den Sohn Peter Geuder hatte, geboren ca. 1510.


Nr. 1 der rückwärtigen Ahnenlinie von "Hans Geuder Jacob genannt" ist sicher, Nr. 2 bis 4 nur wahrscheinlich. Man muss bedenken, dass in den Archivbüchern von Anfang bis etwa zum Jahr 1700 über einhundert Geuder/Geuther in Judenbach nachgewiesen sind, viele mit Mehrfachnennung, die kaum bereinigt werden können. Sicher ist nur, dass sie in Judenbach in einem überschaubaren Zeitraum gelebt haben, verwandtschaftliche Abhängigkeiten und das geschätzte Geburtsjahr sind spekulativ. In meiner Übersicht erscheint z.B. der Vorname Hans 13 mal, Hanns 11 mal, Hanß 17 mal und Hannß 4 mal. Meine Nachforschungen sind auf die Geuder in Judenbach gerichtet, die zur Ahnenlinie Jagdshof gehören, also vor 1675 in Judenbach gelebt haben. Wie wir all die anderen Geuder/Geuther in die Nachforschungen einbinden, ist zur Zeit noch nicht geklärt. Im 18. Jahrhundert erhöht sich die Zahl noch weiter und mit Margarethe Barbara Hammerschmidt, geb. Geuther, gestorben am 4. April 1807, enden die Geuder in Judenbach.


© Die Seite wurde am 28. Juli 2008 erstellt.

 
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