Geuder Namen - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

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Unser Geuder Name

Wo kommt er her? Welche Bedeutung hat er? Forscher der Namenskunde, Onomastiker beschäftigen sich mit diesen Fragen. Nachnamen wurden im deutschsprachigen Raum erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts allgemein üblich. Bis dahin, und vor allem in kleinen Städten und Ortschaften, kam man ganz gut mit einem Vornamen, Spitznamen oder Beinamen aus. Anfänglich hatten nur adelige und wichtige politische Persönlichkeiten einen zweiten Namen. Durch die Beibehaltung dieser orginalen Beinamen durch die Nachkommen entwickelte sich dann allmählich das heute übliche Nachnamensystem. So wurde zum Beispiel aus dem Johann des Eberharts Sohn, Johann Eberhart. Aus Hans dem Müller, Hans Müller, aus dem langen Karl, Karl Lange, aus Otto, dessen Familie Jahrhunderte am Weidenbusch wohnte, Otto Weidenbusch.

Verbreitung und Ursprung

Einen ersten Aufschluss über das Entstehungsgebiet liefert uns die aktuelle Verbreitung des Namens im deutschen Sprachgebiet. Hierfür werden gemeldete Telefonanschlüsse ausgewertet. Die heutige Verbreitung eines Familiennamens kann sehr aufschlussreich sein für die Lokalisierung seiner Ursprungsregion, da Familiennamen trotz der zeitlichen Entfernung zum Entstehungszeitpunkt bis heute relativ ortsstabil sind. Kurt Geuther hat eine Grafik aufgestellt, die am Ende der Seite zu sehen ist. Bei folgender Webadresse kann man die aktuelle Namensdichte nocheinmal deutlich nachsehen. http://christoph.stoepel.net/geogen/v3/Default.aspx?lang=nodetect , Nachnamen eingeben, dann Relative Namensverteilung wählen. Für Geuther finden sich in Deutschland 178 Anschlüsse, wobei die grösste Dichte im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl im Landkreis Coburg vorhanden ist. Für Geuder finden wir 248 Anschlüsse, mit der grössten Dichte im Landkreis Höchstadt a.Aisch. In Kombination mit älterem Personenmaterial, hauptsächlich den öffentlich zugänglichen genealogischen Datenbanken und historischen Urkundenarchiven, lässt sich eine Karte des Ursprungsgebietes erarbeiten. Der heutige Name Geuther, überwiegend in der Coburger und südthüringer Gegend vorhanden, entstand aus der früheren Schreibweise Geuter und Geuder, etwa um 1700. Die endgültigeSchreibweise der Familiennamen wurde allerdings erst Mitte des 19 Jahrhunderts verbindlich genormt. Die Geuder-Geuther tauchen im Raum Coburg urkundlich zum ersten Mal 1435 auf. Im Gegensatz zu den oberfränkischen Geuther wichen die mittelfränkischen Geuder in den Kirchenbüchern von 1700 nur gelegentlich von der ursprünglichen Schreibweise ab und blieben schlussendlich beim „d“. Im mittelfränkischen Dialekt wird der Name als Geider ausgesprochen, und frühe Kirchenbücher haben oftmals diese Schreibweise. Die frühesten Urkunden (1253) platzieren den Namen Geuder in die nahe Umgebung westlich von Nürnberg, welche auch heute noch die Mehrzahl der Geuder Familien aufweist. Nach diesen onomastischen Regeln können wir also vermuten, dass die Geuder ihren Ursprung in Mittelfranken, westlich von Nürnberg hatten, und die, erst 200 Jahre später im Coburger Raum erscheinenden, Geuder-Geuther höchstwahrscheinlich ebenso von dort kamen..


Bedeutung

Bei unserem Namen Geuder, der allen heutigen Schreibweisen wie Geuter, Geuther, Guither, Guider zu grunde liegt, wird uns gesagt, dass es sich etymylogisch um einen Scheltnamen handelt, der auf „lautes reden, prahlen, verschwenden“ zurückgeführt wird. Das liegt nahe, wenn man das noch heute verwendete Wort vergeuden und Vergeuder in Betracht zieht. Doch jeder anständige Geuder-Geuther Namensvertreter wird sich gegen diese vorschnelle Erklärung wehren. Erwähnt Sigmund Rot im „deutschen dictionarius“ von 1571 nicht eine Verbindung zum lateinischen gaudere? Geuden reimt sich ja mit Freuden.

Hier ein Auszug aus dem Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, erschienen 1854.

GEUDER,GEUDNER, m., nomen agentis zu geuden, geudnen (s. d.). das substantiv gehört zu den jüngeren ableitungen von diesem stamme; es erscheint erstmals im 14. jahrhundert in glossen und beim TEICHNER,
vgl. LEXER nachtrag 213. der höhepunkt der entwicklung fällt in das 15. und 16. jahrhundert, wo es die ältere substantivbildung geudel (s. d.) verdrängt und wo es im sprichworte eingang findet. von da aus ist ihm litterarische erwähnung auch in der späteren zeit zu theil geworden, als es dem lebendigen gebrauche längst abgestorben war. entsprechend den bedeutungsschwankungen des verbums stehen sich auch für das substantiv die bedeutungen prahler und verschwender gegenüber. die erstere als die ältere wird wohl auch dem familiennamen Geuder zu grunde liegen, der schon in einer urkunde von 1280 erscheint (Albreht und Berhtold die Güder zsch. gesch. Oberrheins 12, 52) und später vielmals zu belegen ist. von diesem Namen ausgehend darf man das vorleben des litterarisch erst im 14. jahrhundert belegten wortes früher ansetzen.

Im 13. Jahrhundert taucht das Wort „geuder“ in der Literatur als Bezeichnung für ein Grossmaul auf, für einen, der seinen Mund weit aufreisst. Möglicherweise lässt sich dieses Wort auf das germanische „gewer“ zurückführen, gähnen, den Mund weit öffnen. Erst in späteren Jahrhunderten finden wir Sprüche wie: „Der Vater ein Sparer, der Sohn ein Geuder“, oder „Dem Klamser mues mans nemen, dem Gäuder mues mans geben“. Dass Eigenschaften wie überschwengliche Fröhlichkeit, Grosszügigkeit und Offenheit im Zeitraum der Reformation und der vorhergehenden Jahrzehnte eine Verwandlung in Richtung einer moralischen Straffung erfuhren ist gut vorstellbar. Und in folgendem Spruch verdeutlicht: „vier menschen kommen von got in armout: der vraz, der unkausch, der gauder und der krieger.“

Sicherlich gab es auch bei unseren Urahnen besonders fröhliche, grosszügige Menschen und sogar laute Gross- und Wichtigtuer, doch dass sie ein besonderes Eigenschaftswort als Beinamen erwarben, welches den Nachkommen anhaftete, ist meines Erachtens eine voreilige Schlussfolgerung. Das Wort geuden war, wie gähnen und gaffen, im mittelhochdeutschen Sprachraum allgemein üblich, dass es nur einer kleinen Familiengruppe in Mittelfranken als Namensursprung gedient haben soll, spricht gegen die Wahrscheinlichkeitsregeln der Namensforschung.
Man kann von Glück reden, dass wir nicht Fratz heissen.














 
20.11.2017
Neu! Fotos vom Familientreffen 2017.... Bitte hier klicken.....
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