USA - Internationaler Familienkreis Geuther/Geuter/Geuder-Ahnen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

USA-Projekte

Die Geuder und Geuther in den USA

Bericht von Gaby Geuther




Wie ich dazu kam

Aufgewachsen in einem kleinen mittelfränkischen Dorf, in der Nähe von Weissenburg glaubte ich, vor allem nach der Scheidung meiner Eltern, wir seien die einzigen Menschen mit dem Namen Geuther auf der Welt. Mein Vater verschwand spurlos. Erst nach dem Mauerfall, 1989, wagte ich mich, zusammen mit meiner Schwester, nach unserem verschollenen Vater zu suchen. Er war in Sonneberg-Thüringen geboren und dort fanden wir dann auch den ersten Clue, nähmlich, dass er schon vor 5 Jahren in Meissen gestorben war. Die Tatsache, dass er in die DDR flüchtete, nicht nach Österreich oder Panama, wie meine Schwester sich erträumte, warf für uns mehr Fragen als Anworten auf. Was bewegt einen Menschen seine Familie zu verlassen, seine Kinder ganz zu vergessen und sich 25 Jahre lang zu verstecken? Alle Geschwister meines Vaters, bis auf eine Schwester, die sich kaum an den sehr viel älteren Bruder erinnern konnte, waren tot. Die Spur verlief sich wieder im Sand.

Mit dem Internet öffneten sich dann ein paar Jahre später neue Möglichkeiten. Da gab es plötzlich noch andere Geuther, die auch auf meine Mails reagierten. Dr. Eckhard Geuther und Kurt Geuther aus Kiel hatten sich schon einige Jahre mit der Ahnenforschung beschäftigt. Es stellte sich schnell heraus, dass unsere Vorfahren aus dem gleichen Landstrich um Coburg-Sonneberg kamen. Und so begann unsere Zusammenarbeit. Zu meiner grossen Freude fand ich nach einigem Forschen bei den Standesämtern in Sonneberg und Neustadt b. Coburg eine Verbindung zu der aus Malmerz stammenden Geutherlinie. Nach vielen Jahren der Isolation habe ich nun eine grosse Geutherfamilie, zu der ich im wahrsten Sinne gehöre, auch wenn die Verwandtschaft über mehrere Jahrhunderte zurückliegt.

Da ich seit 28 Jahren in Kalifornien lebe, habe ich mir die Zusammenführung der amerikanischen und deutschen Geuder und Geuther Linien zur Aufgabe gesetzt. Siehe meine englische Webseite: www.geuder-geuther-genealogy.com .


Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Mehr als jedes andere Land haben sich unsere deutschen Geuder und Geuther Auswandererfamilien die USA als neue Heimat ausgesucht. Der grösste Einwandererandrang aus Deutschland fand zwischen 1820 und 1920 statt. In den Einwandererarchiven habe ich bislang etwa 130 Geuther, Männer, Frauen und Kinder gefunden, und etwa 48 mit dem Nachnamen Geuder. Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, da viele Schiffspassagierlisten noch nicht digitalisiert sind. Dazu kommt noch, dass der Name Geuder bzw. Geuther sich zu häufigen Schreibfehlern und im Englischen zur falschen Aussprache eignet, was ich als Einwanderer selbst heute noch bestätigen kann.

Die Auswanderung im 19. Jahrhundert bedeutete viele Strapazen und die Entscheidung zur Auswanderung war sicherlich nicht leicht. Erst musste eine Erlaubnis vom Landesherren eingeholt werden, gleichzeitig ein Pass durch die vielen kleinen Herzogtümer auf dem Weg zum Hafen. Eine Veröffentlichung der Auswanderungsabsicht war nötig, damit eventuelle Gläubiger Gelegenheit hatten die Konten zu bereinigen. Die mehrtägige Reise zum Überseeschiff ging per Wagen über Land, dann auf dem Flussweg zur Nordsee. Oftmals warteten so viele Auswanderer auf ein Schiff, dass sich grosse provisorische Lager in den Hafenstädten bildeten, welche neben Krankheiten und Seuchen, ein Schrumpfen des kleinen Geldsäckleins zur Folge hatte. Die Überfahrt über den Atlantik hing vom Wetter ab und konnte bis zu sechs Wochen dauern. Das bedeutete so manchen Tod durch Entkräftung und Krankheiten. Meist waren die Auswanderer so arm, dass sie sich nur das Zwischendeck, den hastig umgebauten Laderaum der Handelsschiffe, leisten konnten. Die extra Kosten einer längeren Überfahrt verschuldete viele Reisende dem Kapitän gegenüber, was sie nach der Ankunft durch mehrere Jahre Dienstverpflichtung abarbeiten mussten. Erst mit den neuen Dampfschiffen wurde die Personenschiffahrt effizienter. Die Einreise in das neue Land war bis 1855 relativ einfach. Es war die Aufgabe des Kapitäns die Passagierliste an die jeweilige Hafenbehörde weiterzuleiten. Die Einwanderer gingen entweder in ein Dienstverhältnis oder wurden von Verwandten bzw. Bekannten abgeholt.

In New York, dem Hauptanlaufhafen von Europa, änderte sich die Einwanderungsprozedur in 1855 mit der Erschaffung von Castle Garden. Bevor die Einwanderer das Land nun frei betreten konnten, mussten sie durch eine Kontrolle, die Herkunft, Gesundheitszustand, und finanzielle Lage begutachtete, um die Menschen auszusondern, die dem Staat zur Last fallen würden. Vor allem Gebrechliche und Geisteskranke wurden zurückgewiesen. Ab 1892 wurde dann Ellis Island in New York die grösste Immigrationsstation.




Die Geuder und Geuther Familien siedelten sich hauptsächlich in den nordöstlichen Staaten Amerikas an, wie Pennsylvanien, New York, Ohio, Illinois und Michigan. Bei meiner Suche nach den heutigen Geuther fand ich vorwiegend Nachkommen der deutschen Hof a.d.Steinach Geuther Linie. Die Linie ist auch in Deutschland sehr stark verbreitet und ihre Vitalität zeigt sich ebenso in Amerika. Zwei Drittel aller Telefoneinträge sind Nachkommen der Hof a.d.Steinach Linie.


Geuther Linien in Amerika

Der erste Einwanderer dieser Familie war Nicholas Geuther aus Weidhausen b. Coburg, der 1844 in New York ankam und zuerst als Korbmacher arbeitete. Später zog er nach South Carolina und hatte eine Bäckerei in Charleston. Seine Familie, Eltern und zwei jüngere Brüder, folgten ihm 1848. Sie machten die beschwerliche Reise von New York den Hudson River hinauf bis Buffalo, durch den Erie See bis nach Chicago in Illinois. Dort trafen sie sich mit vielen Freunden und Verwandten, die schon deutschsprachige Orte gegründet hatten in einer Landschaft, die mit ihren sanften Hügeln der alten Heimat glich. Warum keine Verbindung zwischen Nicholas Geuther und seinem Vater bestand und sie erst nach 26 Jahren durch einen Zufall wiedervereint wurden, ist nicht bekannt. Aber die Freude war gross, als Nicholas mit seinen Kindern den Vater südlich von Chicago aufsuchte. Zwei Geuther Vetter aus dem benachbarten Hof a.d.Steinach, Johann Adam und Heinrich Geuther, fanden auch ihren Weg nach Illinois und siedelten sich nicht allzuweit entfernt an. Noch im Jahr 1936 trafen sich die Nachkommen beider Zweige zu einem grossen Familientreffen in Frankfort. Heinrich Geuther änderte seinen Namen zu Henry Guither.




Grant Geuther von Frankfort, Illinois, Russ Geuther von Tampa, Florida, Greg Geuther von Chicago, und viele andere sind die Nachkommen der Auswanderer aus Weidhausen und Hof a.d.Steinach, die ich im Mai 2007 in Illinois besucht habe.

Der Vorfahre von Sharon Lodge in Ohio war Johann Christoph Geuther, Nagelschmied aus Leutenberg. Alle seine Kinder wanderten zwischen 1835 und 1837 in die USA aus. Die Nachkommen änderten ihren Namen zum Teil in Guider um. 2007 gelang es mir die Linie nach Oberlind zurückzuverfolgen.



Wenige Nachkommen der Malmerzer Geuther Linie, zu denen auch ich gehöre, leben heute in den USA, allerdings erst nach 1950 eingewandert.


Geuder Linien in Amerika

Von den Geuder Familien hier in den USA habe ich bis heute 5 verschiedene Familiengruppen kontaktiert, deren Vorfahren ausnahmslos aus der mittelfränkischen Gegend westlich von Nürnberg stammen.

Die „Pennsylvania Linie“ beginnt mit Johann Michael Geuder von Prühl, der 1847 nach Amerika kam, dort mit Anna Maria Müller zehn Kinder zeugte, die alle das Erwachsenenalter erreichten und sich fortpflanzten. Johann Michaels Vorfahren kamen ursprünglich aus Langensteinach. Sein Stammbaum lässt sich bis zu Leonhard Geuder, geb. 1662 in Langensteinach, zurückführen.

Die „Milwaukee Linie“ beginnt mit Georg Wilhelm Geuder, geboren 1826 in Fürth, der ebenso 1847 nach Amerika kam und sich in Wisconsin ansiedelte. Sein Sohn wurde Mitbegründer einer grossen Blechverarbeitungsfabrik in Milwaukee. Diese Familie lässt sich in Deutschland bis zu Hans Geuder, geb. 1662, verheiratetet mit Sara Rueckert in Ergersheim zurückverfolgen.

Die „Kanada Linie“ beginnt mit Johann Georg Geuder, geboren 1862 in Ohrenbach, der 1889 nach Chicago emmigrierte. Kurt Geuder, der Enkel seines Bruders, wanderte 1957 nach Kanada aus. Anhand seiner Unterlagen können wir diese Linie bis etwa 1619 zu Michael Geuder in Gailshofen zurückverfolgen.

Die „Lepp-Kanada Linie“ führt auf Johann Leonhard Geuder, 1771 in Buchheim zurück. Jane Lepps Vorfahre, Friedrich Geuder aus Neustadt a.d. Aisch, geboren 1906, wanderte nach Kanada aus.

Die „Iowa Linie“ wurde von Johann Sebastian Geuder, geboren 1820 in Mörlbach, gegründet. Er kam 1852 nach Iowa. Durch meine Forschungen in den Archiven der Mormonen Kirche (LDS) konnte ich die Familie auf Georg Michael, geb. 1749 in Mörlbach, zurückführen.

Die „Von Geuder Linie“ in Ohio geht auf Adolph Geuder, Freiherr von Heroldsberg, zurück. Er wanderte 1850 nach den USA aus, kehrte jedoch am Ende seines Lebens wieder nach Deutschland zurück. Seine Nachkommen leben heute noch in Ohio.

Im vergangenen Jahr habe ich das Brenner Archiv durchgearbeitet. Es enthält Kirchenbuchauszüge der mittelfränkischen Dörfer nach Familiennamen geordnet. Daraus hat sich mittlerweile eine grosse Datei der mittelfränkischen Geuder ergeben, die mit zusätzlichen Informationen in der Zukunft erfolgreiche Zusammenführungen verspricht.


©nachgearbeitet Januar 2009

 
10.09.2017
Familientreffen 2017..... Bitte hier klicken.....
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü